Freitag, 19. Oktober 2007

Neue Montagsdemos?

Diese tolle Karikatur habe ich bei sakurai-cartoons gefunden. Mal sehen, ob am kommenden Montag dieser Idee folgend die Herren Stihl, Henkel und Ackermann Arm in Arm auf der Straße zu sehen sind...

Wiki des Tages

Weil es so wunderbar zur gestrigen SPD-Veranstaltung (siehe voriges Posting) passt, erkläre ich folgendes zum Wiki des Tages:

1878: Der Reichstag des Deutschen Reichs verabschiedet das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie und legalisiert damit die von Otto von Bismarck zur Staatsdoktrin erhobene Sozialistenverfolgung.

Früher machten Reaktionäre die Arbeit, die heute im sozialdemokratischen Sinne morallose Pragmatiker wie Steinbrück erledigen, könnte man zugespitzt sagen...

Links blinken und überhaupt nicht abbiegen...

Prof. Karl Lauterbach

Gestern Abend war ich auf einer SPD-Veranstaltung hier in Kiel. Der an sich spröde Titel der Veranstaltung "Demografie und soziale Sicherheit" ließ eigentlich eine staubtrockene Geschichte erwarten. Doch dann kam alles anders. Prof. Karl Lauterbach hielt einen fesselnden Vortrag, dessen Inhalt und dessen Botschaft so sozialdemokratisch waren, dass mein linkes Herz nach etlichen Jahren wieder einmal von einem Sozialdemokraten geöffnet wurde. Dr. Hans-Peter Bartels charakterisierte Lauterbach und sich selbst als die "Jungen", die durch Diskussionen mit der Spitze verändern und nötigenfalls auch die Spitze beseitigen wollen.

Dr. Hans-Peter Bartels
Bei seiner Begrüßung erinnerte Dr. Bartels daran, dass der Veranstaltungsort historisch verpflichtend sei. Schließlich hat ja am Legienhof in Kiel einmal der Matrosenaufstand begonnen, dem Deutschland seine erste Demokratie verdankt. Wie schon Ralf Stegner bei der Maidemo bemühen also Genossen durchaus die Historie, von der gewisse medienpolitische Dampframmen wie Peer Steinbrück nichts mehr wissen wollen und stattdessen von "strukturkonservativen Heulsusen" sprechen.

Einer SPD, die sich an Werten orientiert, wie sie gestern von Dr. Bartels und Prof. Lauterbach vertreten wurden, könnte durchaus wieder eine politische Heimat für mich sein. Keine Frage. Deshalb habe ich Dr. Bartels beim Abschied auch gesagt, wie dankbar ich für die Einladung zu dieser Veranstaltung bin und wie gerne ich wieder der SPD angehören würde. Das mir dann von ihm hastig gereichte Beitrittsformular bewahre ich auf. So lange die "Basta-Fraktion" in der SPD jedoch das Sagen hat und gute sozialdemokratische Werte ein ums andere Mal verraten werden, kann ich meine alte Liebe nur kritisch begleiten.

Das Gewerkschaftsverbot durch die Hintertür, das der Sozialdemokrat Steinbrück zu verantworten hat und angeblich in diesen Tagen abschwächen will, ist für die SPD dieser Tage ein Symbol. Meine Versuche, durch Gespräche mit den hiesigen Bundestagsabgeordneten der SPD Bürsch und Bartels dafür zu sensibiliseren, sind vollständig fehlgeschlagen. Deshalb stehen links schlagenden Herzen der schlichte politische Pragmatismus und Fraktionsdisziplin gegenüber. Links blinken und und überhaupt nicht abbiegen, ist eben auch keine Lösung und nur geeignet, noch verbitterter zu werden.

Diese Verbitterung brachte ein seit 40 Jahren der SPD angehörender Altgenosse bei der Diskussion glashart zum Ausdruck, der sich einerseits wie ich riesig freute über das, was Karl Lauterbach vorgetragen hatte, und andererseits den Verrat sozialdemokratischer Grundwerte beklagte. Auf seinen Beitrag wurde jedoch nicht von Dr. Bartels und Prof. Lauterbach geantwortet, obwohl der Beitrag des Altgenossen den mit Abstand größten Beifall bekommen hatte.

Äußerst empfehlenswert ist jedoch das Buch "Der Zweiklassenstaat" von Karl Lauterbach, das entsetzliche Diagnosen und Prognosen beinhaltet, die uns alle in den nächsten Jahren betreffen werden.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007

Einer für den Morgen

Passend zum Schlaraffenland für Arbeitswillige (siehe Posting unten) gibt´s hier was auf die Ohren von Tennessee Ernie Ford aus dem Jahr 1956. Das Video scheint auf der Vorstandsparty irgendeines Konzerns gedreht worden zu sein. Skurril wirken die Frackträger, die einmütig zum Titel "Sixteen Tons" schnippen.

Auf diese Weise bekommt die Textpassage "I own my soul to the company store..." eine ganz neue Bedeutung, nicht wahr?

Unzufrieden im Job und auch noch zu wenig Kohle?

Das muss nicht sein. Der Aufschwung macht´s möglich!

Es gibt 22.833 Stellen mit einem Mindesteinkommen von 60.000,- Euro, die bequem gefunden werden können, wenn man mit dem Internet zurecht kommt. Bei Eperteer kann man sich aussuchen, wie viel man bei welchem Unternehmen verdienen möchte. Selbst für ansonsten weniger gefragte Zollbeamte gibt´s da etwas mit einem Einkommen von 100.000,- Euro.

Besonders beeindruckend finde ich den Gehaltswunschschiebebalken in Verbindung mit einem einstellbaren Radius für die Entfernung des Arbeitsplatzes vom eigenen Wohnort und der gewünschten Branche. Deutschland: Ein Schlaraffenland für die, die wirklich arbeiten wollen!

Wie viel Sinn macht vor diesem Hintergrund eigentlich die Diskussion um die erlängerte Zahlung des ALG I oder II?

Spritze gegen Nikotinsucht

Wie die netzzeitung berichtet, wird es in drei Jahren mittels einer einzigen Injektion quasi per Impfung möglich sein, von der Nikotinsucht los zu kommen.

Das Prinzip ist denkbar einfach:

Der Durchbruch beim Rauchen gelang den Forschern mit einer ungewöhnlichen Paarung: Sie verbanden das Nikotinmolekül mit dem Eiweiß eines Krankheitserregers zum Beispiel aus dem Cholerabakterium. Damit waren die Testpersonen nach der Impfung mit dem neuen Partnermolekül nicht nur gegen Cholera immun, sondern ihr Körper blockierte auch die Wirkung des Nikotins.
Dann wollen wir mal sehen, welche Industrie die Nase in drei Jahren vorne haben wird: Die Pharma- oder die Tabakindustrie.

So machen Nazis Kasse

Allein durch die Drohung, die eigene Immobilie an Nazis zu verkaufen, kann man den Wert von an sich nutz- und wertlosen Immobilien enorm steigern. Drei Mal dürfen wir raten, wer davon profitiert...

Wie panorama recherchiert hat und heute um 22:00 Uhr im Ersten zeigen wird, laufen die Deals im ganzen Bundesgebiet und immer nach dem gleichen Muster ab.

Die Stadt Menden ist fast pleite - und will trotzdem rund 800.000 Euro für eine Immobilie ausgeben. Der Grund dafür ist einfach: Menden wurde erpresst. Die Erbpächterin des Gebäudekomplexes drohte, wenn die Stadt nicht kaufe, werde ein bekannter Neonazi zugreifen. Man habe mit dem Rücken zur Wand gestanden, gesteht der Bürgermeister. Es ist ein perfider Beutezug mit den Neonazis als Drohkulisse, und es ist kein Einzelfall. Im bayerischen Grafenwöhr kaufte die Stadt eine Tennishalle und musste dann mit ansehen, wie durch die Drohung mit den Rechten der Preis nach oben getrieben wurde. In Cham kaufte die Stadt in letzter Sekunde einen Disko- und Supermarktkomplex, der heute verrottet. In Wunsiedel drohte eine Eigentümerin mit den Neonazis - und konnte schließlich doch noch zu einem stattlichen Preis an die Stadt verkaufen. Auch im niedersächsischen Melle gab es einen wochenlangen Verhandlungspoker, in dem immer abenteuerliche Preise genannt wurden. Ursprünglich kostete das Objekt 48.000 Mark. Zwischenzeitlich forderte der Eigentümer von der Stadt rund 800.000 Euro. Schließlich kauften die Nazis - nach eigener Angabe für 700.000 Euro - und hissten die NPD Fahne über dem Bahnhofsgebäude.

Nazi sein, ist und bleibt keine Weltanschauung. Es ist ein Verbrechen und finanziert sich verbrecherisch!

Wiki des Tages

Heute vor 13 Jahren starb Eberhard Feik, der den meisten von uns als kongenialer Partner Thanner von "Schimanski" in Erinnerung ist, obwohl er auch in vielen, vielen anderen Rollen als Schauspieler seinen Rollen Tiefgang und Charakter verlieh. Er wurde nur 50 Jahre alt.

Nur wenigen Schauspielern ist es so wie ihm gelungen, glaubwürdig und überzeugend zu sein.

Hier in memoriam eine der coolsten Szenen "Thanners", in der er ausrastet und nichts weiter als Ordnung möchte.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Gut so!

Der Anwalt der taz, Johannes Eisenberg, der mich vor dem Landgericht Stuttgart vor etwa 1 1/2 Jahren erfolgreich gegen den Bund Deutscher Zollbeamter vertreten hat, als dieser mich per Einstweiliger Verfügung zu einer Unterlassung in dem von mir perönlich verantworteten Forum "Zoll-Board" zwingen wollte, hat gegen einen der Übelmänner der Abmahnwelle im Internet, den Rechtsanwalt Gravenreuth eine Freiheitsstrafe erwirkt, wie bei heise nachzulesen ist.

Gravenreuth hatte die Domain der taz pfänden lassen.

Besser geht´s nicht

In meiner Reihe "Wachturm" könnt Ihr Euch die nach meiner Meinung beste Version des Stückes "All Along The Watchtower" anschauen. Folgende Interpreten spielen für Euch:

Andy Powell, Ted Turner, Lesile West, Robbie Krieger, Randy California, Steve Howe, Pete Haycock, Alvin Lee, & Steve Hunter



Aufgenommen wurde dies bei "Night of the Guitars" im Jahr 1989. CD oder DVD davon sind zur Zeit zu erschwinglichen Preisen nicht erhältlich.

Wiki des Tages

1931: Al Capone wird wegen Steuerhinterziehung von den Geschworenen schuldig gesprochen. Die Verkündung des Strafmaßes erfolgt eine Woche später.

Gibt es historisch ein besseres Beispiel dafür, dass Steuerhinterzieher sich der Gewalt bedienen? Heute werden abermillionen von Zigaretten geschmuggelt. Dahinter stecken überwiegend osteuropäische Tätergruppierungen. Das Bundesfinanzministerium, dem der Zoll untersteht, will dennoch nichts von Organisierter Kriminalität in diesem Zusammenhang wissen.

Das ist Pippi-Langstrumpf-Mentalität auf unser aller Kosten!

Sprachcomputer von Hotlines überlisten

Wem von uns ist das noch nicht passiert? Man ruft eine Hotline an und der Sprachcomputer treibt einen zum Wahnsinn, nur weil er einen nicht versteht. Dann wünscht man sich ein Humangegenüber, auch Mensch genannt, das einen versteht und das einem hilft.

Wie plusminus, das Magazin der ARD, heraus gefunden hat, kann man die Sprachcomputer mit einem einfachen Trick überlisten. Statt irgendwelche Worte zu sprechen, soll man demnach lediglich ein wortfreies Lied trällern. Dann wird man sofort mit einem Berater verbunden. Wie schreibt plusminus:

Dabei ist zu beachten, dass man möglichst sofort nach Zustandekommen der Verbindung laut eine Melodie in das Telefon singt. Auf keinen Fall sollte man ein Lied mit Text nehmen, denn der Computer würde wieder versuchen, den Text als Sprache zu verstehen. Kurzes, kräftiges Ansingen reicht in den meisten Fällen. Nach wenigen Takten sollte man unbedingt eine Pause einlegen, der Computer versucht dann, die Eingabe zu analysieren. Da ihm das bei einer Melodie nicht gelingt, gibt er entweder direkt an einen Servicemitarbeiter oder Berater weiter oder fordert zu einer erneuten Eingabe auf.

Bei unseren Tests konnten wir so die Sprachcomputer der Deutschen Bahn, der Bundesagentur für Arbeit, der T-Com sowie des Telefonbankings der Deutschen Bank und der Postbank nach etwa zehn bis 20 Sekunden überlisten und wurden mit einem menschlichen Servicemitarbeiter verbunden.
Herrlich, sich nicht länger zum Deppen machen zu müssen!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Einer für den Abend

Ich hatte heute einen extrem besch... Tag! Dieser Tag hat maßgeblich mit der Firma IPX-Server zu tun, auf deren Server alles untergebracht, was gewerkschaftlich wichtig ist. Dazu gehört das meistgelesene Forum des deutschen Zolls mit etwa 10.000 täglichen Zugriffen. Nach einer Was-auch-immer-Aktualisierung heute Nacht geht nichts mehr. Angeblich hat´s einen Festplattencrash auf "meinem" Server gegeben, der irreparabel sein soll. Wer sich mit solchen Dingen beschäftigt, weiß, wie es mir damit geht...

Deshalb also hier etwas für meine Melancholie: Chris Rea

Erst im Zusammenhang mit seinem Bauchspeichedrüsenkrebs erkannte er, dass er bislang nie seine Musik machen und verkaufen konnte. Das änderte er und spielt heute die beste Slidegitarre im besten Mississippi-Stil. Das Stück "Nothing To Fear" gilt als Meilenstein der modernen Sildegitarrentechnik. Hier also für Euch und mich 8:56 bester Slide-Blues!



Und wer geilen Blues hören und dabei viel über den Blues lernen möchte, der muss sich das Album Blue Guitar (11 CD´s, eine DVD und ein Buch) kaufen.

Tolles Grafikprogramm - gratis

Das wohl schnellste und beste Grafikbetrachtungsprogramm, das viel mehr kann, als nur Bilder zu betrachten, gibt´s jetzt in der Version 4.0 und immer noch umsonst. Ihr könnt die etwa 1,4 MB hier downloaden.

Denkt daran, dass Ihr das deutsche Sprachpaket auch noch installiert, was problemlos ist und mittels dieses Downloads erledigt werden kann.

Mensch ärgere Dich nicht für Knackis

Kein Witz. Das gibt´s wirklich. In der JVA Moers-Kapellen wird das Brettspiel "Ohne Bewährung" hergestellt und hier zum Verkauf angeboten. Das Spiel kostet 29,50 Euro.

Interessant ist der Spielzweck, den die JVA Moers-Kapellen wie folgt beschreibt:

Der Sinn des Spiels
Die Staatsanwaltschaft hat Ihnen eine Ladung zum Strafantritt zugestellt.
Jetzt betreten Sie die Pforte der JVA, um die verhängte Freiheitsstrafe / Ersatzfreiheitsstrafe zu verbüßen.
Es ist Ihr größter Wunsch, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen möglichst schnell entlassen zu werden.
Bis dahin aber müssen der Alltag gemeistert und die Vollzugsziele erreicht werden. Das kann anstrengend sein, denn Sie befinden sich in einem Mikrokosmos, in dem seitens der Mitarbeiter der JVA hohe Anforderungen an Sie gestellt werden und Sie sich andererseits im Kreis der Mitinhaftierten behaupten müssen.
Vielleicht weil gerade die letzte Anforderung so schwierig ist, wird das Spiel ab einem Alter von 14 Jahren empfohlen.

Mal eine wirklich gute Nachricht

Wie die Financial Times Deutschland berichtet, dürfen Opfer des südafrikanischen Apartheidregimes nun in den USA ihre Schadensersatzforderungen gegen die Unternehmen, die von der Apartheid profitiert haben, gerichtlich durchsetzen.

Zu den Beklagten zählen rund 50 Konzerne, die in Südafrika unter dem bis 1994 bestehenden Regime der Rassentrennung Geschäfte machten. Darunter sind Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Ford, General Motors, Daimler, Rheinmetall, BP, Shell und Exxon Mobil.

Dass unsere deutschen Konzerne offensichtlich einmal mehr Kapital daraus geschlagen haben, dass Menschenrechte mit Füssen getreten werden, überrascht nicht. Ob der Herr Ackermann in Anbetracht der anstehenden Forderungen wohl auch noch das Victoryzeichen machen wird?

Wiki des Tages

Heute vor 101 Jahren:

Wilhelm Voigt, der Hauptmann von Köpenick, verhaftet den Köpenicker Bürgermeister Georg Langerhans und „beschlagnahmt“ die Stadtkasse.

Der Film mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle nach dem Buch von Carl Zuckmayer gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Dass er sich nicht ganz an die historischen Ereignisse hielt, stört mich nicht.

Wichtig an den Ereignissen und dem Film ist, dass er den deutschen Militarismus und die deutsche Obrigkeitshörigkeit in einer Weise beschreibt, die fühlen lässt, dass diese Tendenzen auch heute noch vorhanden sind.

Agenda 2010 nicht die zehn Gebote?

Ungewöhnlich religiös äußert sich der Gazprom-Manager Gerhard Schröder, der einigen noch als Bundeskanzler in Erinnerung sein dürfte, in der Süddeutschen.

"Er werde seinen Glauben an die "kollektive Vernunft“ in der SPD-Spitze nicht aufgeben, sagte Schröder am Montag bei einer Rede über seinen sozialdemokratischen Vorvorgänger Willy Brandt in Berlin. Wer auf dem Hamburger SPD-Parteitag in gut zwei Wochen ein "machtpolitisches Showdown" erwarte, werde enttäuscht werden.

Nach seinen Worten sind die Reformen der in seiner Kanzlerzeit eingeleiteten "Agenda 2010" "nicht die zehn Gebote". Bei der Auslegung dürfe sich auch niemand als Moses betrachten. Korrekturen in einzelnen Punkten seien durchaus vorstellbar."

Wer mehr Geld hat, auch staatliche Transferleistungen, kann eben auch mehr Geld für Strom und Gas ausgeben. Die zehnprozentige Preiserhöhung von E.ON aufgrund von angeblich höheren Einkaufspreispreisen müsste ja ohnehin zu einer Erhöhung der Sozialleistungen führen. Warum also nicht gleich die Agenda 2010 an die Gier von Gazprom anpassen?

Montag, 15. Oktober 2007

Mensch Ingvar! Haste noch immer nicht genug?

Erst vor wenigen Tagen hatte ich IKEA zum Wiki des Tages erklärt. Dabei ergab sich, dass der IKEA-Gründer der reichste Mann Europas ist:

Laut T-Online ist Ingvar Kamprad der reichste Mensch Europas. Kamprad sei nicht der Eigentümer von Ikea, allerdings sei sein Vermögen in einem undurchschaubar aufgebauten Gebilde aus Trusts und Holdings verteilt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 33 Mrd. US-Dollar. Somit sei er auf Platz 4 Weltweit(Stand: 2007). Laut der Zeitschrift Bilanz, die seinen Reichtum auf 15 bis 16 Milliarden Schweizer Franken schätzt, ist er die reichste in der Schweiz wohnhafte Person.

Und nun muss ich bei hr-online.de nachlesen, dass den IKEA-Mitarbeitern in Hessen künftig die lebensichtigen Gehaltszuschläge gestrichen werden sollen, was bei einer Verkäuferin schnell mal 285 Euro ausmachen kann. Deswegen wurde heute gestreikt.

Ich bleibe bei der Sache am Ball und werde IKEA bis auf weiteres auch bestreiken - als Konsument!

Wiki des Tages und einer für den Abend

Heute vor 26 (!!!) Jahren wurde METALLICA gegründet. Grund genug, diese Band zum heutigen Wiki des Tages zu erklären, oder?

Eigentlich mag ich ja nur zwei Stücke: Nothing Else Matters und



Whiskey In The Jar

Sklaverei gibt´s heute immer noch

Dass weltweit jährlich 1.000.000 Menschen entführt, verschleppt und verkauft werden, wusste ich bis eben nicht. Allein in den USA geschieht dies jährlich mit 50.000 Menschen, bei uns mit etwa 10.000!

Mit diesem Thema befasst sich der Film "Trade - Willkommen in Amerika" des jungen deutschen Regisseurs Marco Kreuzpaintner, dem Roland Emmerich bei den Dreharbeiten half. In einer der Hauptrollen ist Kevin Kline zu sehen. Der Film hat in den USA für erhebliches Aufsehen gesorgt und wird - wie könnte es anders sein - natürlich kontrovers diskutiert.

Der Film läuft am Donnerstag bei uns an. Wer einen Trailer sehen will, kann dies hier tun.

Respekt, Frau von der Leyen!

Das ist souverän, Frau von der Leyen, und nötigt mir wie wohl vielen Respekt ab. Kurzerhand ziehen Sie Ihre Pläne mit den infantilen Schnapsschnüfflern zurück. Anders als gewisse andere Leute aus dem Kabinett wollen sie nichts an den Betroffenen "durchpeitschen", wie auch der focus meldet.

Diese Courage wünsche ich auch Ihrem Kabinettskollegen Steinbrück, dessen Ministerium sich etwas mindestens so dummes ausgedacht hat. Die Koalitionsfreiheit nach Artikel 9 des Grundgesetzes wurde am 20. Februar 2007 von Steinbrücks Ministerialbürokratie für die Mitglieder der Gewerkschaft der Polizei quasi aufgehoben.

Souveränität ist gefragt: Ein Zustand von Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit, im Gegensatz zur Fremdbestimmtheit. Ursula von der Leyen ist in diesem Sinne souverän. Wie souverän ist Peer Steinbrück?

Sonntag, 14. Oktober 2007

Einer für den Abend

Passend zu den unten genannten jugendlichen "Schnapsschnüfflern" hier der Song "Nie wieder Alkohol" der norddeutschen Kultband "Illegal 2001", die nach längerer Pause wieder auf Tournee ist.

Ich denke, dass wir alle schon einmal eine ähnliche Erfahrung gemacht haben wie die, die hier besungen wird, oder?



Hätte Euch gerne eine CD zum Kauf verlinkt, aber die Preise für die leider vergriffenen CD´s sind exorbitant.

Des Pudels Kern ist ein anderer

Bei faz.net habe ich einen wunderbaren Kommentar zu den von Ursula von der Leyen für nötig und sinnvoll gehaltenen "Schnapsschnüfflern" im Kindesalter.

Selbst der sprechende Hosenanzug bzw. Angela Merkel sieht diesbezüglich Gesprächsbedarf.

Das zentrale Problem wird auch durch die Ideen der Ursula von der Leyen nicht gelöst, weil es den falschen Ansatz verfolgt. Der kluge Kommentar aus faz.net sieht es so:

Ohne Testkäufer

14. Oktober 2007
Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Das gilt auch für den Vorschlag der Bundesfamilienministerin, das Alkohol- und Tabakverbot für Minderjährige durch jugendliche Testkäufer auf die Probe zu stellen. Er wird auch nicht besser, wenn Frau von der Leyen jetzt eilig hinzufügt, die Eltern müssten einwilligen, und die Jugendlichen würden durch Amtspersonen begleitet. Abgesehen davon, dass es fraglich ist, ob die Verstöße bei Testkäufen überhaupt juristisch zu ahnden sind, bringt der Einsatz als Testkäufer Jugendliche unweigerlich in die Rolle von Zivilpolizisten. Nebenbei wird der Öffentlichkeit weisgemacht, dass sich Gesetzeslücken durch solche Überprüfungen schließen ließen. So sinnvoll es ist, die Abgabe von Alkohol, Zigaretten, Gewaltfilmen oder Killerspielen zu verbieten, so wenig lässt sich verhindern, dass Jugendliche auf zweifelhaften Wegen doch in den Besitz der verbotenen Artikel gelangen, wenn sie es unbedingt wollen. Mit obrigkeitsstaatlicher Regelungswut lässt sich der Alkoholmissbrauch Jugendlicher nicht bekämpfen, solange niemand nach den Ursachen fragt und sich der Staat mit Symptombekämpfung begnügt. oll.

Text: F.A.Z., 15.10.2007, Nr. 239 / Seite 12
Alles klar?

5 Jahre Knast für Spam-Versand

Würde man die von den betroffenen Mailempfängern sinnlos aufgewendete Zeit einszueins aufrechnen, dann würden Jeffrey A. Kilbride und James R. Schaffer gewiss mehrfach lebenslänglich bekommen müssen. So aber erhielten die beiden wegen des Versands von Pornospams fünf Jahre Knast und außerdem müssen sie 1,3 Millionen Dollar zahlen, wie MVregio meldet.


Wann wohl endlich auch bei uns der Spamversand strafrechtlich verfolgt wird?

Wenn Satire nicht mehr von der Realität unterschieden werden kann...

dann klingt dies so wie dies hier:

Münte zum Machtkampf in der SPD

Am Donnerstag noch hat die SPD-Bundestagsfraktion Müntefering noch unterstützt und zum besten Arbeitsminister seit Jahrzehnten ernannt. Sein Fax an den in Spanien im Urlaub weilenden SPD-Vorsitzenden bezeichnen die Genossen als "bodenlose Frechheit".

Wir erinnern uns doch noch an die mit der SPD nicht machbare Mehrwertsteuererhöhung? Wie heißt es dazu bei Wikipedia?

Am 29. August 2006 äußerte Müntefering, dass es „unfair“ sei, die CDU und die SPD an ihren Wahlkampfversprechen zu messen, denn beide Parteien hätten die absolute Mehrheit nicht erreicht, so dass als Maßstab allein der Koalitionsvertrag fungieren könne. Zu der Frage, warum dann jedoch eine dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung beschlossen wurde, obwohl die CDU im Wahlkampf noch eine nur zweiprozentige Erhöhung propagierte und die SPD eine Erhöhung sogar rundweg ausschloss, lehnten sowohl Müntefering als auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel jegliche Stellungnahme ab. Stattdessen bekräftigte Müntefering wenige Tage später noch einmal seine Aussage vor Pressevertretern.
Und in diesem Zusammenhang macht diese Karikatur doch besonders Sinn, oder?

Einer oder etwas für den Morgen

Heute wird Justin Hayward, die Stimme der Moody Blues, 61 Jahre alt. Das legendäre Stück "Nights in White Satin" machte Moody Blues berühmt und die Stimme von Justin Hayward bekannt.

Noch besser fand ich ihn allerdings auf der Platte "War Of The Worlds" von Jeff Wayne aus dem Jahr 1978, mit der musikalisch die Geschichte von H.G. Wells aufbereitet wurde. Sein Gesang gerade beim Stück "Eve of the War" ist eigentlich neben der sonoren Erzählerstimme von Richard Burton das Markenzeichen des Albums.

Deshalb hier für Euch und mich live gespielt "Eve of the War" mit Justin Hayward (ab 5:45 Min.)! Genial, nicht wahr?



Die DVD von der Live-Version:

Und die CD:

Darauf hat die Welt gewartet

In den USA bereits für 39,95 $ erhältlich wird der Schrotflintenhalter für´s Bett, wenn die soziale Kluft bei uns wie zu erwarten größer und größer wird, hier auch bald zum unentbehrlichen Zubehör zählen.

Da wird der nächtliche Einbrecher beim Knacken unserer Looserhütten aber Augen machen!

Danke an Ehrensenf!

Wiki des Tages

Heute vor 33 Jahren wurde der erste IKEA-Markt in Deutschland eröffnet. Deshalb und weil wohl fast jeder schon einmal den Zettel rechts gelesen hat, ernenne ich IKEA zum heutigen Wiki des Tages.

Der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad ist schon ein cleveres Kerlchen, denn er macht einerseits täglich unglaubliche Umsätze und zahlt andererseits dafür nur wenig Steuern. Wie er das macht?

Die Eigentümerin des Ikea-Konzerns ist die Stiftung Stichting INGKA Foundation mit Sitz in den Niederlanden. Ingvar Kamprad sitzt im Aufsichtsrat der Stiftung. Als eine als gemeinnützig registrierte Stiftung muss die Stichting INGKA Foundation nur wenig Steuern zahlen und ist vor einer Firmenübernahme geschützt. Mit einem Wert von 36 Milliarden Dollar ist sie theoretisch die weltgrößte gemeinnützige Organisation; tatsächlich werden die Geldmittel als Investitionskapital für die Ikea Group eingesetzt.[2] Niederländische Stiftungen haben keine Publizitätspflicht.
So wird man denn auch vermögend:
Laut T-Online ist Ingvar Kamprad der reichste Mensch Europas. Kamprad sei nicht der Eigentümer von Ikea, allerdings sei sein Vermögen in einem undurchschaubar aufgebauten Gebilde aus Trusts und Holdings verteilt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 33 Mrd. US-Dollar. Somit sei er auf Platz 4 Weltweit(Stand: 2007). Laut der Zeitschrift Bilanz, die seinen Reichtum auf 15 bis 16 Milliarden Schweizer Franken schätzt[1], ist er die reichste in der Schweiz wohnhafte Person.
Darüber werde ich sicherlich nachdenken, wenn ich das nächste Mal etwas von IKEA zusammen schraube...

Samstag, 13. Oktober 2007

Wiki des Tages

Beinahe hätte ich den Wiki des Tages vergessen. Dabei ist er gerade heute so gut, denn heute vor sieben Jahren wurden die Quellcodes von OpenOffice werden durch Sun Microsystems freigegeben. Damit wurde das Monopol von Microsoft endlich gebrochen.

Heute kann sich das kostenlos Officepaket OpenOffice durchaus mit seinem kommerziellen Bruder messen.

Ich bin begeisterter Nutzer von OpenOffice. Man kann die aktuelle Version (2.3) übrigens hier kostenlos downloaden.

Einer für den Abend

Um den Blues muss uns nicht bange sein. Der Bluesman der Zukunft ist heute zwölf Jahre alt und haut in die Saiten wie Ry Cooder. Unglaublich, der Bursche, der kurz danach zusammen mit Johnny Lang aufgetreten sein soll!

Muss das sein?

Rechts auf dem Foto ist das Basiscamp des Mount Everest zu sehen. Ausgerechnet hier will die chinesische Regierung einen Mobilfunkmast aufstellen. Naja, bisher gab es etwa 3000 Bergsteiger, die den höchsten Punkt der Erde erklommen haben. Die wollen den Lieben daheim sicher davon künden, wie sie mit der Einsamkeit des Bergsteigers zurecht kommen.

In dem Artikel von SPIEGEL ONLINE, dem ich dies hier entnahm, war auch zu lesen, dass die olympische Fackel im nächsten Jahr einmal den Berg rauf und runter getragen werden soll.

Wie wär´s dann der Vollständigkeit halber auch noch mit einem Handyshop, einem Internetcafé und einer McDonald´s Filiale da oben?

Nein zu Kindern als Verdeckte Ermittler

Wie n-tv meldet, lehnt der Deutsche Kinderschutzbund den Einsatz von Kindern als Verdeckte Ermittler bzw. Scheinkäufer ab (siehe hier bei den "Alltäglichen Wahrheiten"). Die Pläne aus dem Ministerium von Ursula von der Leyen seien auch nicht mit der SPD besprochen worden, äußerte sich Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD.

Ich sage es noch einmal: Wer sich nicht durchsetzbare Gesetze zum Kinderschutz einfallen lässt, der darf zum Ausgleich eigener Defizite doch nicht Kinder diese Suppe auslöffeln lassen!

Einer für den Morgen und Neues vom Wachturm

Eine genialer Gitarrist, der dem breiten Publikum leider nicht so vertraut ist, spielt hier zusammen mit Joe Stomp und Phil Bee den Song "All Along The Watchtower" in einer an Jimi Hendrix angelehnten Version: Jan Akkerman!


Mir ist er seit den Jahren mit Focus bekannt, als er bekannt wurde mit Stücken wie "Hokus Pokus" oder "House of the King". 1973 wurde Jan Akkerman vom Melody Maker übrigens als weltbester Gitarrist gekürt. Das legendäre Album "Hamburger Concerto" war für die anspruchsvolle Rockmusik wegweisend.

In diesen Tagen empfehle ich euch dringend als "Must" für´s eigene CD-Regal das Album "From The Basement", auf dem eine 14 Minute lange Version von "All Along The Watchtower" mit einem Wahnsinnsgitarrensolo von Jan Akkerman und eingespielt im Reggae-Rhythmus. Das Album ist zur Zeit leider vergriffen.

Hier also uralt und videotechnisch nicht anspruchsvoll "All Along The Watchtower".

Freitag, 12. Oktober 2007

Buchtipp


Von Jürgen Roth gibt es ein neues Buch, das er zusammen mit Rainer Nübel und Rainer Fromm geschrieben hat. Der Titel lautet "Anklage unerwünscht -Korruption und Willkür in der deutschen Justiz".

Wer sich die Illusion eines heilen Deutschlands bewahren möchte, sollte sich ein anderes Buch kaufen. Wer dagegen etwas über die wahren Zustände dieses Landes wissen möchte, kann an diesem Buch nicht vorbei gehen. Aus der Buchbeschreibung:

Vor dem Gesetz sind alle gleich - manche aber sind gleicher! Wegschauen, Begünstigen, Vertuschen: Die Autoren enthüllen Skandale in der deutschen Strafverfolgung und zeigen, wie die dritte Gewalt den Rechtsstaat aushöhlt. Tatort Deutschland: Marie war als Kind und Jugendliche 15 Jahre lang Opfer brutalster pornografischer Gewalt. Obwohl sie Täternamen und Tatorte nennen kann, verweigert die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Will man keinen Fall Dutroux in Deutschland? Oder liegt es daran, dass unter den mutmaßlichen Tätern auch hochrangige Juristen sind? In Hessen ist eine der obersten Richterinnen mit ihrem Mann, einem Rechtsanwalt, in eine gigantische Vermögensverschiebung involviert. Warum sich die Justiz mit allen Mitteln gegen Ermittlungen sträubt, weiß nur die hessische Landesregierung. Geldwäsche in Casinos: Seit Jahren laufen Hinweise bei verschiedenen deutschen Staatsanwaltschaften ins Leere. Stattdessen werden Wirtschaftskriminelle, Waffenhändler und Mafiabosse von den staatlichen Spielbanken hofiert und bevorzugt behandelt. Die Justiz schaut weg und der Staat profitiert. Anhand skandalöser Fälle aus ganz Deutschland enthüllen die Autoren exemplarisch, wie der Rechtsstaat gefährdet wird, weil die dritte Gewalt nicht mehr funktioniert. Seilschaften mit Politikern und Wirtschaftsbossen machen es Staatsanwälten einfach, wegzuschauen, wenn sie nicht gar selbst verstrickt sind. Die Autoren zeigen, wie couragierte Bürger sich dagegen wehren und was geschehen muss, damit die Demokratie nicht noch weiter gefährdet wird.


Besuch von der Regierung

Wie Ihr auf dem Screenshot rechts sehen könnt, seid Ihr beim Studium der "Alltäglichen Wahrheiten" durchaus nicht allein. Auch irgendwer von der Bundesregierung hat sich heute um 16:02 Uhr hier getummelt.

Herzlich Willkommen!

Einer für den Abend


Weil´s so gut passt zum Big Brother Award (siehe Posting unten), hier für Euch und mich eine Reminiszenz an die 80er Jahre und die Band der 80er: Kraftwerk

Kraftwerk war Vorbild für Ultravox und Depeche Mode. Damit hat die Band die Musikgeschichte bis heute beeinflusst. Das Album "Computerwelt" aus dem Jahr 1981 hat seinerzeit und eigentlich auch noch bis heute Maßstäbe gesetzt.

Hier der Song "Computerwelt"



DVD mit dem obigen Video und vielen Extras:

Die CD "Computerwelt" gibt´s nicht mehr. Schade!!!

"Oscars" für Datenhungrige!

Die diesjährigen "Oscars" für allzu Datenhungrige wurden soeben verliehen. Natürlich heißt dieser Preis nicht so sondern "Big Brother Award". In Deutschland ist der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD) Stifter und Ausrichter des "Negativpreises für Datenkraken". Der Jury gehören neben dem FoeBuD sechs weitere unabhängige Organisationen an: Chaos Computer Club e.V. (CCC), Deutsche Vereinigung für Datenschutz e.V. (DVD), Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V. (FITUG), Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF), Humanistische Union e.V. (HU) sowie Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR).

Die diesjährigen "Gewinner", zu denen die großen Hotelketten, natürlich die DB und das Bundesfinanzministerium gehören, könnt Ihr Euch hier ansehen.

Was die Datenkraken demnach alles von uns sammeln, ist schier unglaublich. Wenn selbst ein Schäuble nicht in die engere Wahl kommt, wird mir bange!

Uff! Gerade noch mal gut gegangen!

Herzlichen Glückwunsch Al Gore und herzlicher Glückwunsch Klimarat! Eure Arbeit ist für den Weltfrieden allemal wichtiger und bedeutungsvoller als der Euro und die Wiedervereinigung, die man ja Helmut Kohl als Verdienst anrechnet.

Das Nobelpreiskomitee hat einmal mehr dem Bemühen um bessere Lebensverhältnisse Rechnung getragen. Gut so!

Die Peinlichkeit einer Ehrung Helmut Kohls blieb uns erspart. Uff!!!

Einer für den Morgen

Was passt heute am Tag des Lokführerstreiks als "Locomotive Breath" von Jethro Tull?

Hier in einer Fassung, die das Drama, wie ich finde, auf´s allerbeste anspricht:



Wird er den Friedensnobelpreis bekommen?

Gespannt warten wir alle darauf, zu erfahren, wer der diesjährige Friedensnobelpreisträger wird. Bekanntlich schlug EU-Kommissionschef José Manuel Barroso Helmut Kohl als Kandidaten vor, was von BILD natürlich begeistert aufgenommen wurde.

Bis heute stellt Helmut Kohl sein Ehrenwort über das deutsche Recht, das für uns alle gilt. Wie heißt es bei Wikipedia:

In der CDU-Spendenaffäre nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 verschwieg Kohl die Herkunft eines Betrags in Höhe von anderthalb bis zwei Millionen DM, obwohl er gemäß dem Parteiengesetz, welches er als Bundeskanzler selbst unterzeichnet hatte, und der darin verankerten Publikationspflicht zur Auskunft verpflichtet war. Bis heute nimmt Kohl keine Stellung zu diesem Thema. Seine Argumentation, er habe das Geld von Spendern erhalten, denen er mit Ehrenwort versprochen habe, ihren Namen zu verschweigen, steht im Gegensatz zur geltenden Rechtslage und der verfassungsrechtlich festgeschriebenen Unabhängigkeit der Parteien und stieß seinerzeit auf heftige öffentliche Kritik. Für die der CDU durch die anschließende Sperrung der Wahlkampfkostenerstattung entstandenen finanziellen Einbußen kam Kohl mit Geldern aus einer privaten Spendenaktion auf.
Dieses Verhalten disqualifiziert Helmut Kohl trotz aller Verdienste, die man ihm im Zuge der Wiedervereinigung zusprechen mag, für den Friedensnobelpreis, denn die eigenen Moralvorstellungen über die eines demokratischen Rechtsstaates zu stellen, gefährdet den Rechtsfrieden, weil es zur Nachahmung ermuntert. Und Frieden ist nun einmal Frieden. Der Rechtsfrieden ist die Grundlage jeden Friedens.

Übrigens, 57 Prozent der Deutschen sehen dies, wie der SPIEGEL meldet, wie ich.

Auf den stehenden Zug aufspringen

Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) ist keine DGB-Gewerkschaft! Sie sieht sich selbst als älteste deutsche Gewerkschaft, was in Anbetracht ihres Gründungsdatums im Jahre 1867 sogar gerechtfertigt erscheint.

Interessanterweise gehört sie dem dbb beamtenbund und tarifunion mit Sitz in Frankfurt am Main an. Der Deutsche Beamtenbund (dbb) vertritt, wie es sein Name ja schon sagt, zunächst einmal die Beamten, die bekanntlich nicht streiken dürfen.

Dem gemeinen Pendler, der heute auf dem Bahnsteig verzweifelt wartet oder im Stau steht, dürfte dies schnurzegal sein. Dennoch finde ich es höchst bemerkenswert, dass der Deutsche Beamtenbund, der stets damit für seine Mitglieder Reklame macht, dass er der Rechtewalter von Mitgliedern ist, die eben nicht streiken dürfen, diesen Streik subventionieren muss.

Das nenne ich eben "Auf einen stehenden Zug springen"!

Wiki des Tages

Heute vor 58 Jahren wurde der DGB in München gegründet. Dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet bündelt er die gewerkschaftlichen Kräfte.

Das ist ihm im Laufe der Jahre schon deutlich besser gelungen als in diesen Tagen. Keine Frage. Aber, was soll eine Gewerkschaft machen, die von Heute auf Morgen von einem ihrer wichtigsten Partner plötzlich verraten wird. Die Agenda 2010 und die Rente mit 67 sind Erfindungen der SPD, die bis dato naturgemäß dem DGB näher stand als alle anderen Parteien.

Ich gehöre der Gewerkschaft der Polizei (GdP) an. Mir werden als ehrenamtlichen Funktionär der GdP im Geschäftsbereich des SPD-Ministers Peer Steinbrück wichtige, mir zustehende Rechte, die sich aus der grundgesetzlich (Artikel 9 GG) garantierten Koalitionsfreiheit ergeben, vorenthalten, nur weil Ministerialbürokraten gestützt von Peer Steinbrück dies so wollen. Der Bundesvorsitzende meiner Gewerkschaft, Konrad Freiberg, nennt dies einen klaren, politisch gewollten Rechtsbruch!

Mutterkreuz-Uschi will Kinder als Verdeckte Ermittler

Kein Aprilscherz! Kein Spass! Ursula von der Leyen will Kinder tatsächlich als Verdeckte Ermittler einsetzen, wie die Financial Times Deutschland berichtet, der ein Gesetzentwurf aus ihrem Haus vorliegt.

Das Kabinett will das Regelwerk am kommenden Mittwoch beschließen "Testkäufe von Kindern oder Jugendlichen erleichtern die Arbeit der Kontrollbehörden", heißt es in der Begründung. Dazu habe es bislang an einer ausdrücklichen, gesetzlichen Grundlage gefehlt. "Durch die Vorschrift wird das geändert."
Und warum will Mutterkreuz-Uschi dies?

Bislang war es für die Ermittler sehr aufwendig, den illegalen Verkauf von Schnaps und Zigaretten an Jugendliche nachzuweisen. Mit dem Einsatz der Kinder und Jugendlichen als Testkäufer sollen die Verkäufer, die sich über den Jugendschutz hinwegsetzen, leichter überführt werden. Ein Verstoß gegen das Gesetz kann mit Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. In Einzelfällen und bei vorsätzlichem Handeln kann auch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr folgen.

Die Einstellung der minderjährigen Ermittler soll unter strengen Auflagen erfolgen. So ist eine Zustimmung der Eltern notwendig. Zudem soll es eine angemessene pädagogische Begleitung geben.

Da macht man also nicht durchsetzbare Gesetze und um dies dann doch noch wirksam werden zu lassen, lässt man Kinder ihre erste kriminalistische Erfahrung als Scheinkäufer machen. Wie krank ist unser Land eigentlich?

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Microsoft hat den Excel-Fehler behoben

Die Fairness gebietet es, hier auch zu melden, wenn Microsoft einen Fehler korrigiert und behebt. Bekanntlich gab es einen "Darstellungsfehler", wenn statt 65.535 oder 65.536 stets 100.000 als Ergebnis erschien.

Weil so etwas aber natürlich gar nicht geht, hat Microsoft jetzt einen Hotfix entwickelt, der den Darstellungsfehler beseitigt.

Danke, Microsoft!

Einer für den Abend

Nur weil der Titel so wunderbar zum Posting unten zu "Robin Steinbrück" passt und es um zur Schau gestellten Wohlstand geht, gibt´s hier den Klassiker "How Bizarre" von OMC auf die Ohren!

Peer Steinbrück doch ein Sozialdemokrat?

Unverhofft kommt oft. Peer Steinbrück mahnt die Wohlhabenden dieses Land an, ihr Geld im Lande zu lassen. Ausgerechnet dem manager-magazin erklärt Steinbrück, wie verpflichtend Eigentum sei.

Wer über viel Geld verfüge, müsse "eine besondere Vorbildfunktion wahrnehmen". Insbesondere kritisierte Steinbrück den Fortzug ins steuerlich günstigere Ausland. Schließlich fuße privater Reichtum auch auf Leistungen des Staates und der Gesellschaft. "Das verpflichtet, das mahne ich an."
Seine Äußerungen lassen erkennen, dass er doch über rudimentäre Kenntnisse des Grundgesetzes verfügt, denn die Sätze "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." stammen aus Artikel 14 des Grundgesetzes. Wie die ständigen Leser der "Alltäglichen Wahrheiten" wissen, hat er offenbar Wissensdefizite, so weit es um den Artikel 9 (Koalitionsfreiheit) des Grundgesetzes geht. Zur Zeit wartet er ab, bis ihm auch deutsche Gerichte diesen Mangel an Kenntnis attestieren.

Für den mahnenden Vorstoß, der an das Gewissen der Wohlhabenden appelliert, danke ich jedenfalls ausdrücklich. Es erinnert mich jedoch auch irgendwie an ein bekanntes Plakat von Klaus Staeck.

Sachsen Nazis jagen Gegner mittels Polizeiakten

Wie die taz berichtet, verfügen die Nazis in Sachsen offenbar über Kopien von Ermittlungsakten aus dem Justizministerium. Anhand der darin enthaltenen Fotos machen sie nun Jagd auf linke Gegner und fertigen Dossiers über sie an.

Wenn die Vermutungen von Abgeordneten des sächsischen Landtages bestätigen, dann hat der NPD-Abgeordnete Winfried Petzold ein wenig nachgeholfen. Er konnte sich bislang schon häufig auf interne Akten des Landeskriminalamts beziehen.

Ein weiteres Kapitel im sächsischen Sumpf?

Wiki des Tages

Dagobert Lindlau wird heute 77 Jahre alt. Ein besonderer Journalist mit besonderen Fähigkeiten und besonderen Themen. Habe mir vor wenigen Wochen im Nachgang zu den Duisburger Mafiamorden sein Buch "Der Mob" noch einmal durchgelesen. Es hat an Aktualität nichts verloren, wie ich finde. Meine Chefs beispielsweise verneinen oder verniedlichen das Vorhandensein von Organisierter Kriminalität in genau der Weise, die Lindlau in dem Buch beschreibt.

In seiner Tradition schreiben heute Jürgen Roth und Andreas Ulrich, auf deren Bücher ich in den ständigen Rubriken rechts von den Postings verweise.

Hätte hier gerne auf das Buch "Der Mob" verlinkt, aber der Titel ist leider vergriffen.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Mensch Eva!

Da kriegt sie, Eva Herman, bei Kerner schon mal die Chance, die Dinge zu korrigieren und dann lässt sie diese Chance aus.

Getreu dem Motto "Nicht alles war schlecht" hat sie angebliche Vorzüge aus dem III. Reich geadelt und nun bei Kerner auch noch die Autobahnen zur Rechtfertigung heran gezogen. Abgesehen davon, dass dies historisch einfach falsch ist, offenbart ihr absolut unsensibler Umgang mit der Zeit des Faschismus und Nationalsozialismus in unserem Land, dass sie als Transporteur seriöser Nachrichten bei einem öffentlich-rechtlichen Sender ungeeignet ist.

Wenn sie so weiter macht, dann wird es bald so sein, dass sie ihre wirre Thesen nur noch den wissbegierigen Schülern von Jürgen Riegers Nazi-Bildungszentrum in Melle vortragen kann. Hier für Euch ein Vorgeschmack darauf:

Wiki des Tages

Heute vor 33 Jahren konnte Mikis Theodorakis nach dem Sturz der griechischen Militärjunta zum ersten Mal wieder öffentlich in seiner Heimat auftreten.

Es gibt wohl keinen populären Musiker, der so oft, so lange und so grausam gefoltert wurde wie er.

Und in Griechenland steht von prominenter Seite niemand mehr als er für linke Ideen und Ideale ein.

Und YouTube hält für uns immer wieder eine Überraschung bereit. Hier tatsächlich aus dem Jahr 1974 Mikis Theodorakis mit dem Titel "Ki esi lae vasanismene".

Was war gestern los?

Tja, ich verdiene mein Geld eben nicht als Blogger und deshalb musste ich meinem Job gestern etwas intensiver nachgehen. That´s all.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Einer für den Morgen

Klar, dass ich am Morgen des 9. Oktober in Erinnerung an die erste Leipziger Montagsdemo auch an die wunderbaren Musiker der DDR denke. Allen voran hat sich "City" in mein musikalisches Herz eingebrannt. Ihr "Am Fenster", immerhin schon aus dem Jahr 1975 (!!!), ist auch heute noch ein Tanzflächenfüller auf Feten. Der Titel wurde bislang über 10 Millionen Mal verkauft und ist damit der größte musikalische Exportschlager der DDR. Hier für Euch und mich die Langversion von "Am Fenster" live gespielt von "City".



Wiki des Tages

Heute vor 200 Jahren endete in Preußen die Leibeigenschaft. Wer allerdings nun glaubt, dass humanistische Vorstellungen allein dafür ursächlich waren, irrt. Hans Graf zu Rantzau, der in England einen Feudalismus ohne Leibeigenschaft kennen gelernt hatte, wusste, dass der Ertrag und damit die Pacht deutlich höher ausfallen, wenn die Bauern nicht so lustlos auf den Acker ziehen.

Vor 18 Jahren: In Leipzig findet die erste große Montagsdemonstration mit ca. 70.000 Teilnehmern und damit die erste von Massen getragene Protestveranstaltung in der DDR seit 1953 statt. 70.000 Menschen nahmen in Leipzig daran teil. Diese Demo war nach anderen Montagsdemos der wirkliche Wendepunkt in der DDR. Die Parolen "Wir sind das Volk" und "Keine Gewalt" sorgten in der weltweiten Wahrnehmung dafür, dass sich niemand der Verantwortlichen traute, dagegen gewaltsam vorzugehen. Nach wie vor ist der in der DDR durch das Volk herbei geführte friedliche Wandel etwas, worauf wir Deutschen insgesamt stolz sein dürfen.

Der 9. Oktober ist ein Datum, das offensichtlich viel mit der Befreiung des einfachen Menschen zu tun hat. Vor 40 Jahren wurde Ernesto Rafael Guevara de la Serna, besser bekannt als Che Guevara erschossen.

Was vielen wohl nicht bekannt sein dürfte, ist, dass seine Ideologie durchaus nicht bei allen Linken beliebt war. Die orthodoxen Marxisten konnten mit seiner Idee vom neuen Menschen genau so wenig anfangen wie die Rechten. Der Mensch sollte die Vorstellung einer materiellen Vergütung, die er für eine getane Arbeit erhält, ablegen, und stattdessen sollte ihn allein die Tatsache befriedigen durch seine Arbeit etwas Neues geschaffen oder etwas Altes verbessert zu haben. Als Musterbeispiel für solch einen Menschen nahm Guevara die Guerillakrieger, mit denen er die Revolution auf Kuba durchführte: Sie hätten lediglich die Befreiung Kubas von der batistischen Diktatur gefordert und wären dafür sogar bereit gewesen ihr Leben zu opfern.

Mir fällt gerade ein, dass die SPD in ihr in Hamburg Ende Oktober zu verabschiedendes Programm den Begriff des demokratischen Sozialismus verankern will. Mann oh Mann! Sozialismus, wie haste Dir verändert!