Sonntag, 7. Oktober 2007

Einer für den Morgen

Passend zum vorher gehenden Posting kommt hier der Titel "License To Kill", der nichts mit dem Bond-Film zu tun hat, in einer Interpretation von Richie Havens. Der Titel stammt aus der Feder von Bob Dylan.

Wiki des Tages

Ist das noch Zufall? Heute, am 7. Oktober, feiert Wladimir Putin seinen 55. Geburtstag. Gleichfalls heute jährt sich der Tod von Anna Stepanowa Politkowskaja, die vor ihrem Hauseingang erschossen wurde. Die vielfach ausgezeichnete Journalistin war eine russische Reporterin, Autorin und Aktivistin für Menschenrechte. Sie wurde bekannt durch Reportagen und Bücher über den Krieg in Tschetschenien, über Korruption im Verteidigungsministerium und dem Oberkommando der Streitkräfte in Tschetschenien.

Was der ehemalige KGB-Offizier Putin mit der Pressefreiheit im Sinn hat, wissen wir alle zur Genüge. Folgen wir also dem alten Grundsatz "Cui bono", dann liegt auf der Hand, wer wirklich hinter dem Mord auf Anna Politkowskaja steckt.

War der Mord an Anna Politkowskaja etwa ein "Geburtstagsgeschenk" für Putin?

Sowas kommt von sowas

Foto: www.wildbits.de
Wie spiegel-online meldet, zweifelt die Mehrheit der Deutschen am Gerechtigkeitssinn der SPD-Spitze. Demnach glaubt nur noch eine Minderheit, dass die Spitzengenossen für sozial gerechte Politik stehen. Dies ist das Ergebnis einer emnid-Umfrage, die BILD in Auftrag gegeben hat.

Meinem persönlichen Favoriten unter den Sozialdemokratendarstellern, Peer Steinbrück, attestieren nur 36 Prozent, dass er für soziale Gerechtigkeit steht. Allein dieser Wert qualifiziert ihn dafür, Stellvertreter Kurt Becks zu werden, wie es für den anstehenden Bundesparteitag der SPD in Hamburg vom 25. - 27.10.2007 vorgesehen ist.

Übrigens, den Satz auf dem obigen Foto "Nur wer arbeitet, soll auch essen." hat Franz Müntefering tatsächlich gesagt, wie man hier nachlesen kann.

Samstag, 6. Oktober 2007

Wenn dies die einzig wahre Kirche ist...

... dann bin ich heilfroh, einer anderen anzugehören! Wie hier schon anderer Stelle berichtet, sieht sich die katholische ja als einzig wahre Kirche.

Wie sich jetzt heraus stellt, gab es sehr wohl ein juristisches Gutachten, das belegt, dass der Pfarrer von Riekofen, der zum wiederholten Male ihm anvertraute Junge missbraucht hat, unheilbar pädophil ist.

Wie br-online meldet, gibt es eben doch, anders als das Bistum Regensburg es bisher darstellte, ein derartiges Gutachten aus der ersten Verurteilung des Pfarrers im Jahre 1999.

In diesem Gutachten heißt es beispielsweise:

"Störung der Sexualpräferenz im Sinne einer homoerotischen Pädophilie"

"Manipulativ nutzte er seine Position als Beichtvater, um das Kind zum Schweigen zu bringen."


Dies und die Vorgeschichte dieses "Pfarrers" hatte das Bistum der Gemeinde Riekofen verschwiegen, als man den Mann dort zum Pfarrer bestimmte.

Überall sonst in der wirklichen Welt hätte ein derartiges Fehlverhalten Konsequenzen. In der spirituellen Welt der katholischen Kirche kann so etwas ohne Folgen geschehen. Nur dazu hört man vom obersten katholischen Moralapostel, dem Papst, nichts. Fortan gehen mir also dessen Statements noch am Allerwertesten vorbei als bisher schon!

Einer für den Morgen...

Eines der besten und schönsten Gitarrensoli der Rockgeschichte hat Gary Moore auf seiner Tournee 1987 gespielt. "The Loner" in der Live-Version gehört daher für mich zu den wirklichen Meilensteinen des Rocks.

Genießt nahezu zehn Minuten lang eine der besten Gitarren des Rocks, schwelgt in Euren Träumen und entspannt Euch...



Leider habe ich kein Album gefunden, auf dem dieses wunderbare Stück live vorhanden ist. Die ursprüngliche Studioversion gibt´s auf dem Album "The Wild Frontier", das leider vergriffen ist.

George W. Bush: "Diese Regierung foltert nicht!"

Diesen Satz von George W. Bush finde ich bemerkenswert, weil er eindrucksvoll belegt, wie gefühlstaub dieser Präsident ist, denn vor wenigen Tagen musste seine Regierung bekanntlich einräumen, dass Gefangene simuliert ertränkt, geschlagen , frostigen Temperaturen und Schlafentzug durch Dauerbeschallung mit Rockmusik ausgesetzt werden. Mehr dazu im aktuellen Artikel von faz.net.


Laut der UN-Antifolterkonvention ist jede Handlung als Folter zu bezeichnen, bei der Träger staatlicher Gewalt einer Person „vorsätzlich starke körperliche oder geistig-seelische Schmerzen oder Leiden“ zufügen oder androhen, um eine Aussage zu erpressen, um einzuschüchtern oder zu bestrafen. Die Folter ist international geächtet, in Deutschland ist das Foltern einer Person eine Straftat (Quelle: Wikipedia).

Aber, George W. Bush und die UN sind bekanntlich in der Summe ein weiterer Quell der Lügen, wenn wir uns an die Show seines Außenministers Colin Powell am 5. Februar 2003 erinnern, in der er im Auftrag von Bush den Weltsicherheitsrat und die gesamte Welt mit gefälschten Infos belogen hat. Hier das Video davon:



Powell bezeichnet dies heute als "Schandfleck seiner Karriere".

Einzelheiten zur durch die USA angewendeten Folter könnt Ihr hier nachlesen.

Das erste, was auf der Strecke bleibt, wenn gefoltert wird, ist das Recht, in dessem angeblichem Interesse Menschenrechte verletzt werden!

"Die SPD ist wieder sozial"

Die Überschrift stammt aus einem Brief von Kurt Beck an seine Parteimitglieder. Mich begeistert ganz besonders das Wort "wieder". Wie faz.net berichtet, reist der SPD-Vorsitzende zum Hamburger Parteitag mit einem "sozialpolitischen Geschenkkoffer" an, der vier Geschenke enthält.

  1. verlängerte Zahlung von ALG I
  2. flexible Gestaltung des Renteneintrittsalters statt starrer 67er-Regelung
  3. Verbesserung der Situation von Leiharbeitern
  4. Kampf gegen Kinderarmut
All das will Beck am 22. Oktober 2007, also fünf Tage vor Beginn des Parteitages, dem Parteivorstand zur Abstimmung vorlegen.

Herzlichen Glückwunsch, lieber Kurt Beck, zum Mut, diese radikale Rolle rückwärts hin zu den wahren, alten Werten der Sozialdemokratie an der Seite von Peer Steinbrück zu wagen! Mit derartig sozialen Ideen dürfte der Weg aus den Tälern demoskopischer Momentaufnahmen doch ein Klax sein. Immerhin hat schon die soziale Schaumschlägerei dieser Woche dazu geführt, dass die SPD laut zdf-Politbarometer zwei Prozent bei der Sonntagsfrage zugelegt hat. So einfach ist das also!

Die "Strukturkonservativen", auch "Heulsusen" genannt, die gefälligst die Agenda 2010 mit einer "etwas strafferen Körperhaltung" vertreten sollen (Steinbrück-Zitate), werden es Ihnen, lieber Kurt Beck, danken.

Wiki des Tages

Heute wählen wir zu Hause, ob wir einen Film normal, in Stereo in Dolby-Surround oder gar in Dolby Digital 5.1 hören möchten. Erst vor 80 (!) Jahren wurde der erste Tonfilm aufgeführt. Es war der Film "The Jazz Singer".

Zu Beginn war der Tonfilm umstritten und wurde verteufelt, wie das Plakat links zeigt.

Seit 1992 gibt es Dolby Digital und ich finde, dass ein perfekter Sound das Bild enorm verstärken und sogar unterstreichen kann. Die Szene aus "Jurassic Park", in der zunächst ein Wasserglas gezeigt, in dem das Wasser durch die Schwingungen des Schrittes vom Tyrannosaurus Rex in Bewegung gerät, und dann die Schritte des Tyrannosaurus Rex mehr und mehr zu hören sind, bis man glaubt, dass er direkt neben einem auftritt, gehört immer noch zu meinen akustischen Lieblingsszenen.

Das wäre ohne Tonfilm nicht möglich und deswegen erkläre ich ihn zum Wiki des Tages.

Die wichtigsten Dinge werden teurer

Foto: BILDblog

Nach Milch und Butter wird nun auch das teurer, was den Deutschen als geistige Margarine dient: BILD!

Ab Montag kostet BILD satte 10 Cent mehr. Das entspricht einer Preiserhöhung von 20%! Wenn jetzt nicht HARTZ IV, ALG I und ALG II erhöht bzw. länger gezahlt werden müssen, wann dann? Kurt Beck zu unterstellen, dass die von ihm angezettelte Diskussion um die Agenda 2010 helfen soll, zu vermeiden, dass weniger Leute BILD kaufen, ist natürlich unangemessen.

Freitag, 5. Oktober 2007

Reich mir mal den Rettich rüber

Wer aus dieser Überschrift ein Lied machen kann, das sogar groovt und die Lebenssituation von 30jährigen Paaren so treffend beschreibt, muss schon ein besonderer Künstler sein. Rainald Grebe und seine Kapelle der Versöhnung sind zweifellos etwas ganz besonderes. Zu meiner Freude kann ich mir die Truppe bei mir in der Nähe am 27.10.2007 im Lutterbeker anschauen. Wo sie sonst unterwegs sind, könnt Ihr hier erfahren.

Für Euch und mich hier schon einmal ein Vorgeschmack und eben das Lied "Reich mir mal den Rettich rüber":

Bsirske kritisiert den Bahnstreik

Aha. Der Herr Bsirske, dem in den letzten Jahren etwa 1 Million Mitglieder den Rücken gekehrt haben, kritisiert das Vorgehen der GDL. Von Spaltung der Mitarbeiterschaft und dem Untergang der Gewerkschaftsbewegung wird in Leipzig auf dem Bundeskongress von ver.di gesprochen. Was Ärzte, Piloten, Fluglotsen und nun die Lokführer machen, war eigentlich Aufgabe von ver.di. Doch das Beispiel T-Com aus dem Frühjahr zeigt uns allen, auch ver.di, die Grenzen eines Gewerkschaftskolosses auf.

Die Mitgliederentwicklung bei ver.di ist erschreckend, wie ich hier einige Postings zuvor schon feststellte. Bevor ich also andere kritisiere, sollte ich mich selbst kritisch hinterfragen. Wer innerhalb von nur sieben Jahren ein Drittel seiner Mitgliedschaft verliert, hat anderes zu tun, als die zu kritisieren, die mehr für ihre Mitglieder tun!

Wiki des Tages

An ihm geht heute natürlich kein Weg vorbei. Walter Kempowski ist heute im Alter von 78 Jahren infolge einer schweren Darmkrebserkrankung verstorben.

Ich habe ihn so gerne gelesen und werde mir "Tadellöser & Wolff" über´s Wochenende noch einmal ´reinziehen. Die Verfilmung seiner Bücher gehört für mich immer noch zu den absoluten Highlights der deutschen Fernsehkultur. Nebenan geht die Welt unter und in den eigenen vier Wänden bewahrt man sich die bürgerliche Spießigkeit, die man für stärker hält als den Zeitenwandel. Das Elitebewusstsein der Rostocker Kaufmannsfamilie Kempowski war bis in den Knast hinein eben unerschütterlich.

Für Euch und mich hier der Trailer zu "Tadellöser & Wolff":





Hätte Euch gerne den Kauf der beiden DVD mit den Filmen "Tadellöser & Wolff" und "Ein Kapitel für sich" verlinkt, aber amazon hat gestreikt. Schade. Tummelt Euch also und gönnt Euch was!

Was war gestern?

Ich war krank. So einfach ist das. Es ging wirklich nichts.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Ganz unten

Nach den letzten Meinungsumfragen dümpelt die SPD heute bei 25 Prozent, die Linke bei mindestens 12 Prozent. Dass die titanic dieses Thema im Zusammenhang mit dem gestrigen 65. Geburtstag von Günter Wallraff bringt, ist nur allzu verständlich, oder?

Sand in die Augen streuen

Drei Wochen vor dem Bundesparteitag des SPD streuen führende Sozialdemokraten der Bevölkerung den Sand des sozialen Bewusstseins in die Augen und fordern marginale Änderungen an der Agenda 2010. Damit soll signalisiert werden, dass die SPD doch die Partei der kleinen Leute ist und sich um diese kümmert. Gleichzeitig werden damit die Linken in der SPD ruhig gestellt. Intellektuell arm und durchschaubar verbittert dieses taktische Manöver die "Heulsusen" in der SPD mehr als dass daraus eine wirklich nützliche Diskussion entstehen könnte.

Wie nun die netzzeitung meldet, setzt sich der Arbeitnehmerflügel der CDU jetzt auch auf diesen Zug. Spätestens jetzt wird deutlich, wie überfällig Reformen an der Agenda 2010 sind.

Wiki des Tages

Heute am 3. Oktober kümmern sich alle anderen um die deutsche Wiedervereinigung. Ich nicht. Meine Leser erwarten hier anderes.

Deshalb habe ich mir für den heutigen Wiki des Tages den amerikanischen Singer-Songwriter Woody Guthrie ausgesucht, der heute vor vierzig Jahren gestorben ist. Sein berühmtestes Lied "This Land Is Your Land" wurde von zahllosen Interpreten nachgesungen und gilt als Hymne der amerikanischen Arbeiterbewegung. Eine der schönsten Versionen dieses Liedes hat Bruce Springsteen gesungen.

Für Euch und mich am Tag der Deutschen Einheit hier also "This Land Is Your Land" von Bruce Springsteen verbunden mit der Frage: Warum haben wir eigentlich nicht so ein Lied, das uns alle verbindet?

Dienstag, 2. Oktober 2007

Wie die USA den Irak verlassen werden

Hoffen wir für uns alle, dass es anders kommt!

Wiki des Tages

Heute vor 138 Jahren wurde der friedliche Befreier Indiens, Mahatma Gandhi, geboren. Über ihn hier zu schreiben, würde mein Blog sprengen.

Nicht ganz so friedlich im Vorgehen aber genau so entschlossen verfolgte Uta Ranke-Heinemann ihre Ziele, als sie den katholischen Glauben hinterfragte. Zum Dank dafür wurde sie von der "einzig wahren Kirche" exkommuniziert. Wer Sätze wie „Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Der Papst stellt sich Gott als Mann vor.“ sagt, darf sich natürlich nicht darüber wundern. Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag!


Eine Ikone der amerikanischen Liedermacher, Don McLean, feiert heute seinen 62. Geburtstag. Der Inhalt und die Bedeutung von "American Pie" sind bis heute noch unklar...

Montag, 1. Oktober 2007

Ein Fünftel will die Mauer zurück!

Laut einer emnid-Umfrage im Auftrag von N24 wollen 21 Prozent der Oostdeutschen die Mauer zurück. Als Bürger zweiter Klasse fühlen sich 74 Prozent der Ostdeutschen. Das sind dramatische Werte, die unterstreichen, wo die Politik total versagt hat.

Mal abgesehen davon, dass die Probleme der Ostdeutschen mit der Mauer nicht geringer sondern nur anders wären, sind Gedanken wie Mauernostalgie zwei Tage vor der "Volljährigkeit" der Einheit der Deutschen Ausdruck der Verbitterung und Verzweiflung.

Dass sich Dreiviertel der Ostdeutschen als Bürger zweiter Klasse in unserem Land fühlen, zeigt aber auch ein grundsätzliches Versäumnis an. Über alle Transferleistungen und Subventionen hinweg wurde versäumt, die Wiedervereinigung mit Würde und Anstand zu gestalten. Das Wort der "blühenden Landschaften" von Helmut Kohl war unverantwortlich und suggerierte, dass die gebratenen Tauben zwangsläufig die Münder derer erreichen, die sich zur Wiedervereinigung nach Kohls Gusto bekannten.

Es müssen neben Arbeitsplätzen eben auch moralische Werte geschaffen werden, auf die man stolz sein kann. Wer den Osten lediglich als am wirtschaftlichen Tropf des Westens hängenden Teil unseres Landes begreift oder deklariert, verschärft Tendenzen, wie sie aus dieser Umfrage deutlich werden!

Günter Wallraff wird 65 Jahre alt!

Herzlichen Glückwunsch, lieber Günter Wallraff! Es ist an der Zeit für mich, Ihnen Dank zu sagen.

Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ich politisch gefestigt links fühle, denke und handele. Sie und Ihre Reportagen haben mir Bereiche der deutschen Gegenwart näher gebracht, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Die Funktionsweise unserer Gesellschaft haben Sie eindrucksvoll durch Ihren besonderen Recherchestil erklärt. Für den Recherchestil verwendet man in Schweden das eigene Verb „wallraffa“, das sogar in die aktuelle Ausgabe der Wortliste der Schwedischen Akademie aufgenommen wurde.

Dass Sie zur Zeit unter Polizeischutz stehen, weil Sie sich für Salman Rushdie einsetzen und ihn schützen, zeigt, dass Sie anders als die, die vorgeben, im Interesse der kleinen Leute zu handeln, nicht müde geworden sind. Sie haben mehr für den deutschen Arbeiter getan, als es beispielsweise ein Peer Steinbrück je tun wird.

Danke!