Donnerstag, 3. Mai 2007

Lügendetektor für Skype

Dass wir täglich mindestens 200 lügen, ist eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache. Nun gibt´s aber Abhilfe, zumindest für die Skype-Nutzer, denn es gibt eine Software, die die erhöhte Anspannung, die beim Lügen nachweislich entsteht, sichtbar macht. Der Lügendetektor wertet die Tonlage aus und versucht, daraus das Stressniveau zu ermitteln. Der Pegel in der unteren rechten Ecke des Programmfensters zeigt, wie gestresst der Anrufer ist. Steigt der Stresslevel, signalisiert eine rote Lampe, dass der Gesprächspartner höchstwahrscheinlich flunkert.

Eine nette Spielerei, mehr aber auch nicht. Auch wenn dieselbe Technologie vom US-amerikanischen Militär genutzt wird, sollten die Ergebnisse des Tools nicht überbewertet, sondern als witziges Gimmick betrachtet werden.

zum Download des Lügendetektors

Kein Wunder bei etwa 4 Millionen Arbeitslosen...

dass Unternehmen bei der Flut von Kündigungen und Entlassungen damit überfordert sind, individuelle Arbeitszeugnisse zu erstellen. Aber in unserem Land wird auch bei solchen Problemen eine Lösung angeboten: Der Zeugnisgenerator!

Auf dieser Webseite wird er für schlappe 153,51 € angeboten. Es ist nach meinem ersten Eindruck das ultimative Tool für Massenentlassungen, das heutzutage in keinem Großunternehmen fehlen darf. Wie wär´s, Herr Obermann, mit dieser Software für Sie. Nach Umstrukturieren folgt in diesem Land grundsätzlich Massenentlassung.

Den Screenshots nach zu urteilen, wird das Wegloben sehr einfach gemacht.

George W. Bush und die anderen Weltpolitiker

Nur gut, dass George Doublejuh Condoleeza hat. Ohne sie würden die Amis wohl noch isolierter dastehen also ohnehin schon, denn George Doublejuhs Allgemeinbildung lässt gelegentlich doch arg zu wünschen übrig, wie dieser nette Film beweist.

Auf diesen Besuch wollen wir doch gerne verzichten

Da gibt es ein Unternehmen, das kein Inkasso-Büro im üblichen Sinne ist. Der Inhalt der Webseite "www.schuldner-besuch.de" lässt keinen Zweifel daran, wie man gedenkt, auf säumige Schuldner Druck auszuüben. Hier einige Zitate aus dem Webangebot:

Wir bewegen Ihren Schuldner dazu, Ihre Forderung nicht zu vergessen, oder bereits vergessene Forderungen noch einmal neu zu überdenken.
Mit uns an Ihrer Seite ist Ihrem Schuldner klar, erst Ihre Schulden zu begleichen bevor er es bei anderen tut.
Wir sind Ihr Sprachrohr und der Schuldner wird uns verstehen.
Von einem freundlichen Vorbringen der zweiten Mahnung (wobei wir dem Schuldner einräumen das die erste nicht angekommen ist, welches wohl ein Fehler der Post war) bis bestimmend ist alles möglich.

Inhaber der Webseite ist der Betreiber eines Sicherheitsunternehmens, dass auf tolle Referenzen verweist, zu denen neben RTL auch Jasmin Wagner gehören soll. Ich finde das Angebot einfach widerlich. Was meint Ihr?

Eure Daten und Eure Datenspuren

Der Chaos Computer Club Dresden lädt zum vierten Mal zum Symposium Datenspuren. Am 5. und 6.Mai 2007 findet im Kulturzentrum Scheune, Alaunstr. 36-40, 01099 Dresden, zum vierten Mal bei kostenlosem Eintritt diese Veranstaltung statt für "selbst denkende Wesen", auf die ich an dieser Stelle doch gerne verweise.

Mehr dazu hier: www.datenspuren.de

Webcams und Nessie

Der letzte Schrei im Internet sind bekanntlich Webcams. Jede noch so unbedeutende Örtlichkeit samt noch unbedeutenderen Personen findet mittels Webcam den Weg auf unsere Rechner. Da lobe ich mir doch die hervorragende Idee, diese Technik dazu zu benutzen, endlich Nessie beweissicher zu fotografieren. Auf dieser Seite könnt Ihr den schottischen See beobachten und wenn Nessie sich sehen lässt, per Knopfdruck ein Foto davon machen.

Nur gut, dass wir keine Monster in Seen beherbergen, denn sonst wäre dies doch gewiss ein Ein-Euro-Job!

Wiki des Tages

Dass der Bundestag heute vor fünfzig Jahren die Gleichberechtigung von Mann und Frau per Gesetz geregelt hat, ist heute gewiss überall Alibithema. Deshalb vernachlässige ich dies und erinnere stattdessen an Georges Moustaki, der heute 73 Jahre alt wird. Er singt uns sein berühmtes "Le meteque".

Mittwoch, 2. Mai 2007

Einer für die Nacht

Vom Konzert anlässlich des 30jährigen Bühnenjubiläums Bob Dylans stammt diese wunderschöne Version von "Just Like A Woman", die Richie Havens singt.

Ich finde diese Version sogar schöner als das Original. Wie seht Ihr das?

Blockwarte, Bürgerwehr, nebenamtliches Denunziantentum?

aus dem Hamburger Abendblatt:

Anfang Mai wird der freiwillige Streifen- und Ordnungsdienst mit 15 Mitgliedern in Stade seine Arbeit aufnehmen. Stade ist eine der ausgesuchten Städte, die an dem zweijährigen Pilotprojekt des niedersächsischen Innenministeriums teilnehmen. Die Mitglieder des Streifendienstes werden an einheitlichen Jacken mit der Aufschrift "Bürger im Dienst" zu erkennen sein. Sie sind an zwei Tagen vom Bildungsinstitut der Polizei in Hannoversch Münden geschult worden. Rollenspiele, Verhaltensgrundsätze und Rechtsfragen standen auf dem Lehrplan. Insgesamt 40 Bürger hatten sich für den Streifendienst in Stade beworben.

Nach immerhin doch zwei Tagen Ausbildung werden also 15 Leute darauf aufpassen, dass Recht und Ordnung in Stade beachtet werden.

Im österreichischen Graz sammelt mit so etwas schon seit 2002 Erfahrungen...

Kunst?

Von Schlafende Zö...

Das Bild prankt entlang der deutsch-französischen Grenze von den Fenstern ehemaliger Grenzzollstellen und von Laternenmasten. Abgebildet werden dort überall schlafende Zollbeamte in Uniform. Dass es das Kulturamt der Stadt Saarbrücken, das hierfür verantwortlich zeichnet, versäumt hat, den Leiter des Hauptzollamts Saarbrücken, einer Dienststelle mit immerhin etwa 470 Zöllnerinnen und Zöllner, davon zu informieren, zeigt auf, welchen Anspruch man an die Gegenwartskunst man in Saarbrücken hat. Hoch ist der gewiss nicht.

Vielleicht ist die Aktion ja auch nur die Sichtbarmachung des Jugendtraums eines damaligen Kiffers, der heute späte Rache nehmen möchte und dies zur Kunst erhebt!

Die betroffenen Zollbeamtinnen und Zollbeamten in Saarbrücken werden auf diese Weise in jedem Fall verächtlich gemacht. Und das hat mit Kunst wenig bis nichts zu tun!

Wer mag, kann sich ja in meinem öffentlichen Webalbum weitere Fotos von der "Saarbrückener Kunst" anschauen.

Alles außer Langeweile

Wer einmal etwas anderes im Urlaub erleben will, kann auf das tolle Angebot von www.panzer-power.de zurück greifen und in Erinnerung an seine Zeit bei der NVA oder beim Bund die Panzerfahrschule in Mahwinkel bei Magdeburg besuchen. Dass "nur" NVA-Gerät angeboten wird, mag vom gemeinen Wessie als Feindbilderinnerungsfuhrpark verstanden werden. Okay. Aber was macht die Familie im höflich formuliert beschaulichen Mahwinkel, wenn der Papa den Wüstenfuchs mimt?

Einer für Feierabend

Wie ich im heutigen Wiki des Tages schon bemerkte, wurden heute vor 74 Jahren die Gewerkschaften von den Nazis verboten. Zur gleichen Zeit sang man in den USA "Solidarity Forever", das ich Euch und mir für den Feierabend in einer Version von Pete Seeger und den Weavers gönne. Vielen Dank für diese tolle Entdeckung bei YouTube an den Schockwellenreiter!


Wenn die Stärke wir erkennen, die der Hände Werk erringt,
Gibt es keine Kraft auf Erden, die uns in die Kniee zwingt.
Einzeln kann man nicht erreichen, was nur Einigkeit erschafft.
Die Gewerkschaft gibt uns Kraft.
Solidarity forever...

Hoher Besuch bei den Alltäglichen Wahrheiten

Heute um 14:27 Uhr und um 15:10 Uhr hatten die Alltäglichen Wahrheiten hohen Besuch. Der Provider war "The Internet Connection of the Federal Republic of Germany" und hat sein Zuhause laut Google-Maps hier.

Weiß einer von Euch, wer sich dahinter verbirgt? Irgendwelche Schlapphüte der Regierung?

Zusatz um 15:40 Uhr:
Ich habe es selbst heraus gefunden. Es war das Pressereferat des Bundeskanzleramtes, das die Alltäglichen Wahrheiten besuchte, wie die Recherche zur Anschrift "Schloßplatz 1 in Berlin" ergab. Ein verschärftes und ganz besonders herzliches Willkommen an das Pressereferat der Kanzlerin!

Einer für den Morgen


Wladimir Kaminer und ich haben eine Gemeinsamkeit. Wir beide lieben den schrägen Sound von Screamin Jay Hawkins, dem wir so wundervolle Stücke verdanken wie "I Hear You Knocking" und eben "I Put A Spell On You", mit dem wir heute den Tag beginnen wollen.

Eine Lüge mehr

Alles erstunken und erlogen. Wie BILD einmal mehr aus Nichts eine Schlagzeile macht und dabei Menschen lächerlich macht, belegt dieses Beispiel. Die betroffene junge Frau hat jedoch reagiert und BILD ein Fax geschickt. Auf die Korrektur der Falschmeldung werden wir wahrscheinlich wieder einmal vergeblich warten.

Wiki des Tages

Heute vor 74 Jahren verboten die Nazis die Gewerkschaften in Deutschland. Die Bedeutung und Rolle der Gewerkschaften ist im allgemeinen bei uns in Deutschland bekannt. Eine unrühmliche Ausnahme bildet zur Zeit das Bundesfinanzministerium, das meiner Gewerkschaft (Gewerkschaft der Polizei) das Recht auf den gewerkschaftlichen Sonderurlaub abspricht und damit meine Gewerkschaft kalt ausgrenzt. In einem diesen Erlass begründenden Bericht heißt es:
"Im übrigen sind die Interessen der Beschäftigten durch die Gewerkschaften BDZ und ver.di ausreichend vertreten."

Damit bestimmt also der Arbeitgeber Bundesfinanzministerium, welche Gewerkschaft sich die Beschäftigten aussuchen können. Aha. Wie heißt es so schön? Ein Blick ins Gesetz hilft bei der Rechtsfindung. Da empfehle ich den Blick ins Grundgesetz. Gewerkschaften stehen als sozialpolitische Koalitionen unter dem besonderen Schutz der grundgesetzlich (Artikel 9 Abs. 3 GG) gewährleisteten Unabdingbarkeit des Rechtes auf die Bildung von Vereinigungen zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen, darum sind Abreden zur Einschränkung oder Behinderung dieses Rechtes nichtig und rechtswidrig.

Der das Bundesfinanzministerium leitende Minister Peer Steinbrück wurde von BILD zum Safari-Minister ernannt, weil er es vorzog, in Namibia Urlaub zu machen, anstatt an einer Finanzministertagung in Washington teilzunehmen. Im August 2006 meinte Peer Steinbrück die Arbeitnehmer hätten zu viel Urlaub und sollten auf Urlaubsreisen verzichten.

Angeblich gehört Peer Steinbrück übrigens der SPD an...

Dienstag, 1. Mai 2007

Einer für die Nacht

...und der passt so richtig gut an einem Tag wie diesem. Am Tag der Arbeit und vielen bundesweiten Maidemos müssen wir erkennen, dass wir wohl nicht immer bekommen können, was wir wollen. Aber wenn wir aufhören zu wollen, können wir auch aufhören zu leben, nicht wahr?

Deswegen singen Euch und mich jetzt die Stones mit "You Can´t Always Get What You Want" in den Schlaf.

Und Frauen können doch rückwärts einparken

Was ich anfangs für eine reine Satire des TÜV Nord gehalten habe, stellte sich dann doch als bitterernst heraus. Die Internetseite www.meinhandschuhfach.de enthält allerlei Wissenswertes und ist darum bemüht, alle Klischees zum Thema Frauen und Autofahren zu bedienen. Das Einzige, was Frauen an Autos gut finden, ist das Handschuhfach, in das sie ihre Lippenstifte stopfen können. Das Handschuhfach, sagt der TÜV Nord, ist ja im Grunde nichts anderes als eine Handtasche, nur fix installiert.

Die Zielsetzung dieses Internetangebotes bleibt uns verborgen. Frauenfreundlich kann sie jedoch wohl kaum sein.

Einer für den Tag - Joe Hill

Passend zum 1. Mai biete ich Euch das Lied "Joe Hill" von Joan Baez an.

Joe Hill wurde den meisten von uns bekannt durch den Song von Joan Baez. Die Zeilen:

I dreamed I saw Joe Hill last night,
Alive as you and me.
Says I „But Joe, you're ten years dead“
„I never died“ said he,
„I never died“ said he.
kennen wir. Mehr über das interessante Leben und den Justizmord an Joe Hill, den US-amerikanischer Wanderarbeiter (Hobo), Arbeiterführer, Gewerkschaftsaktivist, Sänger und Liedermacher, findet Ihr bei Wikipedia.



Der DGB gehört nicht der SPD

Das kann man ganz sicher festhalten. Der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner hat dies heute deutlich zu spüren bekommen. Dass ihn ein "heißes Willkommen" erwarten würde, hat er sicher gewusst. Dass es so heiß werden würde, sicherlich nicht. Seine kläglichen Versuche, durch Beschwören der traditionellen Werte zwischen DGB und SPD eine tolerantere Atmosphäre zu schaffen, waren untauglich. Selbst einen der letzen Überlebenden des Kieler Matrosenaufstandes, der auf der Kundegebung war, holte er in sein Boot. Danach beschimpfte er seine Kritiker und zeigte sich nicht souverän. Das brachte das Fass dann zum Überlaufen. Irgendetwas flog auf die Bühne. Es gab Festnahmen. Zeit für mich, die Kundgebung zu verlassen.

Es waren erfreulicherweise viele zur Maidemo gekommen. Man munkelt, es seien über 1.000 Teilnehmer gewesen in Kiel. Der Funke sprang jedoch nicht herüber, als die Funktionäre sprachen.

So wie Stegner wäre es wohl jedem Politiker ergangen. Der Volkszorn ist groß. Respekt verdient der Mut Stegners, überhaupt auf der Kundgebung sprechen zu wollen. Er kneift also nicht. Aber sein Auftreten hat bestätigt, warum man ihn bei uns nicht mag. Ein wenig selbstkritischer mit sich und seiner SPD am Anfang und alles wäre sicherlich besser abgelaufen.

Das Bild zeigt übrigens mich zu Beginn der Maidemo.


Die Bilder von der Kieler Maidemo könnt Ihr Euch gerne in meinem öffentlichen Webalbum anschauen.