Freitag, 28. September 2007

Wenn Myanmar Öl hätte...

...dann wären amerikanische Truppen sicherlich schon seit Tagen dort, um der Demokratie zum Durchbruch zu verhelfen. Da dies nicht der Fall ist, wird es bei einem freundlichen Meinungsaustausch zwischen China und den USA bleiben, während in Myanmar geknüppelt und geschossen wird.

Gegenüber dem letzten Versuch der Bevölkerung, etwas zu ändern und Demokratie für sich zu gestalten, gibt´s einen Unterschied: das Internet!

Wie die tagesschau meldet, formiert sich auch ein digitaler Aufstand, der sich bei flickr und YouTube wieder findet. Ein Video von EuroNews will ich hier zeigen:



Was ist los mit den Demokratien? Warum klagt niemand an? Warum mischt man sich nicht ein?

Rieger kauft Bahnhof in Melle

Der NPD-Anwalt Jürgen Rieger (s.a. Posting unter diesem) hat den alten Bahnhof von Melle gekauft, um daraus ein Schulungszentrum für Nazis zu machen. Mehr dazu könnt Ihr hier bei pr-inside.com erfahren.

Diese Meldung sah sich soeben im NDR. Schön, dass sich Melle dagegen wehrt, ein Fortbildungsstandort für Nazis zu werden. Was Melle dagegen unternimmt, könnt Ihr auf der Seite "Melle sagt nein" nachlesen. Ich denke, dass das letzte Wort dazu noch lange nicht gesprochen worden ist.

Wirklich schlimm daran ist, dass die Nazis dafür auch Steuergelder verwenden können, so lange die NPD nicht verboten ist!

Nazis wollen § 130 des Strafgesetzbuches kippen

Die NPD stellt tatsächlich Anträge, den § 130 StGB aufzuheben. Einer ihrer Anführer, der rechtsradikale Anwalt Jürgen Rieger, wird von der Staatsanwaltschaft Mannheim genau deswegen angeklagt.

Die aus Sicht der Rechtsradikalen lästige Norm sei ein Verstoß gegen das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Das Leugnen des Holocausts oder das Verherrlichen der Taten der Nazis wäre bei Abschaffung des § 130 StGB straffrei. In den beiden Parlamenten, in denen die NPD vertreten ist, muss man sich jetzt, wie die Netzzeitung berichtet, tatsächlich mit diesen widerlichen Anträgen befassen.

Hoffentlich führt die Anklage in Mannheim zum Erfolg und zur Verurteilung Riegers. damit einher gehen würde dann wohl auch endlich das längst überfällige Berufsverbot für ihn!

Gefühltes Wissen

Der Herbst hat begonnen. Hier in Kiel stürmt es draußen gewaltig. Zeit also für ein gutes Buch am Kamin. Ich gönne mir dazu das Buch "Gefühltes Wissen" von Horst Evers. Satirisch, ironisch und mitten aus dem Leben unterhalten die Kurzgeschichten aufs Allerbeste. Geschichten aus dem Leben, die teilweise skurril daher kommen und auf jeden Fall einen kräftigen Lachmuskelkater verursachen.


Endlich auch als DVD erhältlich: Crossroads

Der legendäre Film "Crossroads" ist jetzt endlich als DVD erhältlich. Juhu!!! Deswegen gibt´s an dieser Stelle ausnahmsweise eine Wiederholung. Das einzigartige Gitarrenduell aus dem Film:



Wer etwas über den alten Blues erfahren will und gleichzeitig allerbesten Blues hören möchte, kann dies alles mit dieser DVD tun!

Wiki des Tages

Davon kann die SPD von heute nur träumen...

Vor 38 Jahren gewann die SPD die Wahl zum 6. Deutschen Bundestag mit Willy Brandt an der Spitze. In der Folge der sozialliberalen Koalition kam es zu den Ostverträgen und einer modernen, reformorientierten Politik.

Seinerzeit galt noch das Godesberger Programm. Vergleicht dies mit der Agenda 2010 und Ihr wisst, wie weit die SPD sich von ihren Ursprüngen entfernt hat. Damals erreichte die SPD 42,7 % der Stimmen. Heute dümpelt sie zumeist zwischen 26 % und 28 % und einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden Peer Steinbrück bezeichnet die Genossen, die den Wandel der SPD weg von der Arbeitnehmerschaft hin zu den Leistungswilligen (s.a. "Auf der Höhe der Zeit" von Platzeck, Steinbrück und Steinmeier) nicht mitmachen wollen, als Heulsusen.

Hoffentlich gibt´s dafür auf dem SPD-Parteitag vom 25. - 27.10.2007 in Hamburg die Quittung!

Donnerstag, 27. September 2007

Einer für den Abend

Dass handgemachte Musik so richtig fetzen kann, beweisen hier Blues Culture, eine Bluesband, die aus den Legenden Abi Wallenstein, Steve Baker und Martin Röttger besteht. Mit Martin Röttger, der das Cajon, ein peruanisches Holzschlagzeug spielt, Steve Baker, der die Mundharmonika unvergleichlich beherrscht und Abi Wallenstein an der Gitarre, bekommt der Bluesklassiker "Suzie Q" so viel Drive und Rhythmus, dass die Spielfreude herüber schwappt. Mehr zu Blues Culture findet Ihr auf deren Website. Ihre CD bekam übrigens den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Am kommenden Samstag werde ich sie mir bei uns um die Ecke in Bordesholm im Alten Kino anschauen.

Als Vorgeschmack darauf für Euch und mich eben "Suzie Q".





Schlechter Tag für Minister

Erst wurde heute Manfred Kanther, der ehemalige Bundesinnenminister, zu einer Geldstrafe von 54.000 € verurteilt (s.a. weiter unten in diesem Blog). Nun hat´s auch die ehemalige baden-württembergische Justizministerin Werwigk-Hertneck erwischt. Sie wurde wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen zu einer Geldstrafe von 30.000 € und einer Haftstrafe von 12 Monaten auf Bewährung verurteilt. Einzelheiten dazu findet Ihr in der Netzzeitung.


Wer ist der/die Nächste?

65.535 oder Excel stellt Ergebnisse nur falsch dar

Ein in der Version 2007 von Excel festgestellter Berechnungsfehler ist gar kein Rechenfehler sondern nur die falsche Darstellung eines an sich richtigen Ergebnisses. Aha. Häää?

Wie golem.de meldet, hat ein Microsoft-Mitarbeiter in seinem Blog erklärt, dass Excel schon richtig rechnen würde, wenngleich auch die Ergebnisdarstellung falsch sei. Intern seien die Ergebnisse korrekt berechnet, ihre Ausgabe sei eben nur fehlerhaft. Wann immer das Ergebnis 65.535 seien müsste, spuckt Excel schlicht 100.000 aus. So einfach sei das.

Bei der kostenlosen Tabellenkalkulation im kostenlosen OpenOffice-Paket gibt´s diesen Fehler übrigens nicht. Dies alles kann man hier kostenlos downloaden!

Wiki des Tages und einer für den Tag

Heute vor 38 Jahren wurde das letzte Album der Beatles veröffentlicht: Abbey Road.

Dass heute der ehemalige Manager Phil Spector nicht wegen Mordes verurteilt wurde, weil sich seine Jury in Los Angeles nicht auf ein Urteil einigen konnte, ist schon ein eigenartiger Zufall, nicht wahr?

Egal, für Euch und mich hier das legendäre "Come Together" mit den Beatles.



Abschied eines unfreiwilligen Komikers

Auch die Alltäglichen Wahrheiten kommen nicht umhin, dem Meister des verzögerten sprachlichen Inhalts, Edmund Stoiber, zu seinem Abschied den entsprechenden Tribut zu zollen. Das Bild rechts, das ein Plakat auf dem Potsdamer Platz zeigt, enthält Stoibers Vorstellungen zur Zukunft nach Meinung des Künstlers.

Wer die bedeutsamsten Stoiber-Versprecher einzeln genießen möchte, sollte diesen Link bei SPIEGEL-ONLINE anklicken und dort unter den verschiedenen Flash-Dateien wählen. Mein Favorit dabei ist der "Problembär".Wem das legendäre "Zehn-Minuten-Transrapid-Teil" genügt, kann es sich hier unten anschauen:



Sicher ist, dass die Dolmetscher in Brüssel dank des legendären "Äh" künftig wirklich problemlos simultan ohne Hast arbeiten können. Auf diese Weise trägt Edmund Stoiber dann wirklich zur internationalen Verständigung bei!

Zweierlei Maß bei der hessischen Justiz!

Der eine, Stefan Reusch, war ein fleißiger und umsichtiger Zollbeamter auf dem Frankfurter Flughafen, entdeckte dort den illegalen Export von Atombombenzündern in den Iran, verhinderte diesen Export und wurde dafür disziplinarrechtlich so belangt, dass er heute von HARTZ-IV leben muss (s.a. frontal21). Vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt siegte er im November 2006 und hätte eigentlich seit dem schon wieder seinen Dienst am Frankfurter Flughafen verrichten dürfen/müssen, wenn die Zollverwaltung nicht in Berufung gegangen wäre und nun vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel berechtigte Hoffnung darauf haben kann, dass der Entlassungsskandal zumindest vorübergehend rechtlich manifestiert wird, bis das Bundesverwaltungsgericht letztlich der erdrückenden Beweislast des Stefan Reusch folgen wird. Stefan Reusch lebt seit vier Jahren von ALG II bzw. HARTZ IV.

Der andere heißt Manfred Kanther und wurde wegen Betruges im April 2005 zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Dabei ging es um die Schwarzgeld-Affäre der hessischen CDU. Sein Verfahren wird heute in einer weiteren Instanz vermutlich dazu führen, dass er eine Verurteilung wegen Untreue akzeptieren und dafür 300 Tagessätze berappen wird. Der Vorteil für Kanther: Er behält seine üppigen Pensionsansprüche aus der Zeit als Bundesminister!

Okay, beide Verfahren sind nicht vergleichbar, wenn man sie auf den rein juristischen Inhalt reduziert. Trotzdem, es sind zwei skandalöse Verfahren, um die sich die vom CDU-Justizminister Jürgen Banzer geführte hessische Justiz kümmert.

Was Schäuble wirklich will...

Was der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wirklich will, könnt Ihr in seinem Entwurf für ein neues BKA-Gesetz nachlesen, das dem Chaos Computer Club zugespielt wurde und von ihm als 6, MB große pdf-Datei zum Download angeboten wird.

Dass sich unsere Bundesregierung mit der Gewährleistung von Innerer Sicherheit sehr schwer tut, wissen wir. Getreu dem Motto "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah" empfehle ich Herrn Schäuble dringend, sich zunächst einmal darum zu kümmern, die vom Bundesfinanzminister Steinbrück zu verantwortenden Lecks zu stopfen. Entdeckte ausländische Schwarzarbeiter bleiben den übrigen Polizeibehörden unbekannt, weil man im Bundesfinanzministerium nicht begreift, warum es wichtig sein könnte, ausländische Staatsangehörige, die bis dato den Behörden völlig unbekannt waren, zu erfassen.

Noch besser ist folgendes Beispiel:
Findet eine Streife des Zolls im Kofferraum einer kontrollierten Person beispielsweise 25 Navigationsgeräte und Autoradios und ist die davon verständigte Polizei nicht vor Ort, bevor die zöllnerische Kontrolle beendet ist, wird die Polizei den Tatverdächtigen Hehler nicht mehr antreffen, denn auf Weisung des Bundesfinanzministeriums muss die Zollstreife den Hehler weiter fahren lassen. Dies klingt unglaublich, ist aber so in einer seit Juli 2007 gültigen Dienstanweisung so geregelt.

Was nun, wenn statt der Navigationsgeräte Wasserstoffperoxyd und Metallspäne im Kofferraum sind? Der vermutliche Terrorist kann dann auch weiter fahren, wenn die Polizei es nicht rechtzeitig zum Einsatzort des Zolls schafft.

Das ist die deutsche Wirklichkeit, die durch Online-Duchsuchungen nicht zu bessern ist!

Mittwoch, 26. September 2007

Anleitung zum Hacken des iPhone

Auf diesen Seiten könnt Ihr Euch einen Online-Workshop antun, der Euch zeigt, wie Ihr das iPhone, das demnächst bei t-mobile zu kaufen sein wird, hacken könnt, damit es auch in anderen Netzen benutzt werden kann.

Herzlichen Dank an die mutige Redaktion von chip.de!

Schieb der Woche nun als Blog

Jörg Schieb, der uns bislang im Internetangebot des WDR stets mit sehr brauchbaren und vor allem auch für Computeranfänger nützlichen Tipps versorgte, ist nun zeitgemäß unter die Blogger gegangen. Auf dieser Seite findet Ihr nun häufiger als bisher und noch aktueller wirkliche nützliche Tipps und Hinweise.

Dienstag, 25. September 2007

Einer für den Abend

Als bekennender Schiller-Fan bin ich natürlich stolzer Besitzer der traumhaften schönen Live-DVD "Tagtraum", die ich zum Abschalten und Wegträumen brauche. Tolle Musik und tolle Atmosphäre aus deutschen Landen frisch in den DVD-Player!



Habt Spass mit dem Titel "Leben"!

In New York wird Kreide gefressen und sonst?

Der iranische Ministerpräsident verkauft sich gut am Rande der UNO in New York. Smart und eloquent gibt er Interviews und beantwortet an der renommierten Columbia-Universität Fragen von Studenten. Eine der zu stellenden Fragen müsste folgende sein:

Wann heben Sie das Todesurteil gegen Salman Rushdie auf?

Jetzt muss Günter Wallraff, der sich seit Jahren für Salman Rushdie einsetzt und ihm häufig Unterschlupf gewährte, um sein Leben fürchten und steht unter Polizeischutz.

Einer unserer wichtigsten Autoren wird von Islamisten bedroht und unsere Bundeskanzlerin unterstützt die Demonstranten in Myanmar. Das ist zwar sehr löblich, wirkt aber nicht besonders glaubwürdig, wenn sie darüber Günter Wallraff vergisst, oder?

Es gibt doch noch Hoffnung...

Immer wieder begeistern mich die Karikaturen des Schwaben Klaus Stuttmann, dem es stets gelingt, Inhalte kurz und knapp auf den Nenner der Karikatur zu bringen. Das ist ihm auch für die SPD-Programmdebatte prächtig gelungen, wie ich finde.

Was meint Ihr?

Wiki des Tages - Briefgeheimnis

Heute vor immerhin schon 265 Jahren geschah etwas, das unser aller Innenminister Schäuble in seiner Panikmache als ein den Terror begünstigendes Grundrecht zu betrachten scheint.

1742: Eine Verordnung Ludwigs XV. regelt in Frankreich das Briefgeheimnis. Postbeamten, welche Briefe und Pakete aufbrechen und sich darin enthaltene Gegenstände aneignen, droht die Todesstrafe.

Herr Schäuble, wie wär´s? Schauen Sie doch einmal dem BMF Steinbrück auf die Finger und nehmen Sie Ihr fachliches Weisungsrecht wahr! Das, was Ihr Kollege Steinbrück gerade als Reform des Zolls verkauft, ist eine äußerst gefährliche Mogelpackung für unsere Sicherheit.

Montag, 24. September 2007

Steinbrück wird Kandidat in Mettmann

Tja, nun hat er es doch geschafft, einen Wahlkreis für ein Direktmandat zu bekommen. Ausgerechnet in Mettmann. Das finde ich klasse, denn zum Mettmanner Wahlkreis gehört auch das Städtchen Hilden, in dem meine GdP eine ihre "Zentralen" hat. Das macht das Arbeiten gegen Steinbrück günstiger und einfacher. Mal sehen, was die Genossen dort zu einem Kandidaten sagen, der den Artikel 9 des GG in seinem Geschäftsbereich nicht anwendet. Zahlreiche Gewerkschaftskollegen klagen zusammen mit mir dagegen, dass Steinbrück GdP-Angehörigen den gewerkschaftlichen Sonderurlaub aus politischen Gründen verweigert.

Ein aus diesem Grunde als Gewerkschaftsfeind zu bezeichnender Steinbrück als Kandidat der SPD in einem Wahlkreis, der letztes Mal an die CDU ging? Ausgerechnet mit dem Mann, der traditionelle Spozialdemokraten als Heulsusen bezeichnet hat?

Ich werde alles dafür tun, dass die Genossen in Mettmann über die Haltung des Herrn Steinbrück bestens informiert sind. Am besten fangen die Genossen dort schon einmal damit an, das Buch "Auf der Höhe der Zeit", das aus der Feder von Matthias Platzeck, Franz-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück stammt, zu lesen. Die Art und Weise, wie sich die Autoren hier mehr für die "Leistungswilligen" begeistern als für die, die auf die Unterstützung und Hilfe von Sozialdemokraten vertrauen, erinnert mehr an Guido Westerwelle und längst vergessene Diskussionen aus der liberalen Ecke, in denen es darum ging, unser Land attraktiver für die zu gestalten, die als Leistungsträger und Besserverdiener Verantwortung tragen.

Da können die Sozialdemokraten in ihrem neuen Programm getrost den Begriff des "demokratischen Sozialismus" fortschreiben. Glauben wird es ihnen niemand, wenn in etwa einem Monat Steinbrück zu einem der beiden Vize gekürt wird!