Mittwoch, 31. Oktober 2007

Wohnung eines NPD-Vorstandes durchsucht

Wie die NETZEITUNG berichtet, wurde die Wohnung des NPD-Bundesvorstandsmitgliedes Heise durchsucht. Er soll rechtsradikale und verfassungsfeindliche Musik über CDs vertrieben haben, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben, weil sie sich mittels eingängiger und bekannter Melodien in intellektuellen Vakuen der Nazis festgesetzt haben.

Wie auch immer dieses Ermittlungsverfahren ausgehen wird, es wird sich einreihen in die lange Kette anderer, wie man hier sehen kann.

Wiki des Tages

1990: Nach der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde am 1. Oktober tritt die UN-Anti-Folter-Konvention für Deutschland am 31. Oktober 1990 in Kraft.

Dabei handelte es sich um einen diplomatischen Akt, denn die Folter ist bei uns schon vorher verboten gewesen, wie ein BLick in den § 136a unserer Strafprozessordnung zeigt.


Deutschland hatte diese Norm in die StPO eingeführt aufgrund der Erfahrungen des III. Reichs.

Was war hier gestern los?

Nichts. Hatte gestern eine äußerst unchristliche Arbeitszeit und abends machte der Server des Zoll-Board wieder einmal Zicken. Nachdem ich das Update auf Plesk 8.2 für meine Administration gemacht hatte, war der Apache-Server zerschossen. Wer etwas davon versteht, weiß, was ich gestern an Arbeit hatte.

Montag, 29. Oktober 2007

Evely Hamann ist tot

Dieser entsetzte Blick auf die Nudel ihres Gegenübers hat sie berühmt gemacht: Evelyn Hamann.

Die großartige Schauspielerin ist heute nach langer schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben. Ihre Inhaltsangabe einer Fernsehserie ist einer von vielen Beweisen ihres Könnens und ihre Professionalität. Dies und einige andere kurze akustische Proben ihrer Arbeit könnt Ihr Euch hier anhören.

Schade, schade. Sie wird fehlen!

Die Österreicher sind uns mal wieder voraus

Wir diskutieren noch die "Online-Durchsuchung" und kommen nicht weiter damit. Die Österreicher sind da schon wesentlich weiter und ermöglichen heute schon die Rasterfahndung nach Toten!

Einer für den Tag

Peter Green, der beste weiße Bluesgitarrist aller Zeiten nach B.B. Kings Meinung, feiert heute seinen 61. Geburtstag. Was viele nicht wissen: Peter Green war für Carlos Santana das Vorbild, an dem er seinen Stil orientierte. Das Stück "Black Magic Woman" stammt aus Greens Feder und wurde von Santana gecovert.

Der Mitbegründer von "Fleetwood Mac" experimentierte mit verschiedenen Drogen und ging schließlich auf einen drei Tage währenden LSD-Trip in München. Peter Green selbst meinte später dazu '„I went on a trip, and never came back“ . Von diesem Ereignis hat er sich bis heute nicht erholt.

Ich hätte Euch gerne meinen Lieblingssong von ihm, "Slabo Day", hier angeboten. Als Video gibt´s das leider nicht. Aber ihr könnt den Song bei last.fm anhören. Als Alternative biete ich hier mal "Oh Well" mit Peter Green und Fleetwood Mac aus dem Jahr 1969 an:



Die CD mit "Slabo Day"

Wiki des Tages

Heute vor (erst) 34 Jahren wurde die Bosporus-Brücke dem Verkehr übergeben. Damit rückte - zumindest geografisch - die Türkei näher an Europa heran.

Ein fundamental anderes Demokratieverständnis der Türkei verhindert bis heute, dass sie auch politisch mit Europa so wirksam verbunden werden kann, wie dies infrastrukturell mit der Brücke gelang.

So lange Menschenrechte in der Türkei nicht den gleichen Stellenwert wie bei uns haben, muss das merkantile Interesse zurück stehen.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Einer für den Morgen

Das legendäre "Take Five" gespielt vom Komponisten Dave Brubeck und gesungen von Al Jarreau macht mir heute den Tag.

Dass Al Jarreau stimmlich ein ganzes Orchester ersetzen kann und die Melodie von "Take Five" geradezu hypnotischen Drive hat, macht aus dem Zusammenspiel der beiden Musiker so etwas wie eine Jazz-Symphonie.

Habt Spass!

Wiki des Tages

Einer der berühmtesten und am spektakulärsten spielenden Fußballer aller Zeiten wäre heute 74 Jahre alt geworden: Garrincha!

Als wir damals noch Straßenfußball spielten - wer weiß heute noch, was das ist - haben wir uns nach unseren großen Vorbildern benannt. Ich wollte immer "Garrincha" sein, obwohl dies Blödsinn war angesichts meiner Größe, denn so wendig und beweglich wie er konnte ich ja nie werden.

Dass seine Fähigkeiten ganz eng mit orthopädischen Fehlern zusammen hingen, habe ich eben erst beim Studium seines Wikipedia-Eintrags erfahren:

Von Geburt hatte er einige Fehlbildungen an seinem Körper. Sein Rückgrat war deformiert, zudem waren auch seine Beine verkrüppelt. Sein linkes Bein war 6 cm kürzer als sein rechtes. Durch zahlreiche Operationen wurde ihre Beweglichkeit zwar soweit hergestellt, dass er damit laufen konnte, sein linkes Bein blieb jedoch ein O- und sein rechtes ein X-Bein. Daher auch der Name "Garrincha" nach einem brasilianischen Urwaldvogel (eine Unterart des Zaunkönigs).
Hier ein schönes Video mit einigen seiner Zaubereien:

So wird man was oder wohin nun?

Ähnliches hatte ich schon gehört. Aber so, wie es die WELT meldet, mochte ich es mir nun doch nicht vorstellen.

Wenn demokratischen Voten nicht in den Kram passen, passt man die demokratischen Voten eben vorher an. Morgen spricht ja keiner mehr davon. Und so geben die 75 Prozent, die der Spezialdemokrat Steinbrück bei seiner Wahl zum Parteivize bekommen hat, seinen wahren Rückhalt in der Partei nicht wahrheitsgemäß wieder.

Unter den "Heulsusen" und "Strukturkonservativen" muss es verdammt viele Masochisten geben...

Samstag, 27. Oktober 2007

Bei den PISA-Werten...

...scheint eine solche Software mehr als nötig und angezeigt zu sein, nicht wahr?

Ein Schwangerschaftskalender als Vista-Gadget! Toll! Ein Kind, das im Bauch der Mutter zig Systemabstürze und Sicherheitslöcher der Illusion eines Betriebssystems mitgemacht hat, wird doch schon mit Umweltschäden auf die Welt gebracht, ohne diese gesehen zu haben, oder?

Nun denn. Wer´s braucht, kann´s sich ja hier downloaden.

Einer für den Abend


In den 60ern gab es einige "One-Hit-Wonder" wie Scott McKenzie mit "San Francisco" oder Peter Sarstedt mit seinem "Where Do You To, My Lovely".

Dieses Lied gehört zu den Erinnerungen an die kommerziell übel missbrauchte Hippie-Zeit wie Räucherstäbchen, bemalte Joints, von Kerzenwachs überträufelte Flaschen als Kerzenständer und selbst gebatikte T-Shirts.

Wiki des Tages

Seine Stimme kennen wir wohl alle, denn es ist die wohl bekannteste deutsche Synchronstimme. Seinen Namen kennen sicherlich nicht so viele: Christian Brückner.

Vor allem Robert de Niro verdankt der großen Kunst von Christian Brückner sehr viel seiner Popularität in Deutschland.

Heute wird Christian Brückner 64 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

Hier als mp3 ein Beispiel aus dem Film "Taxi Driver", für den Martin Scorsese Brückner extra casten ließ:

"Hier ist ein Mann, der sich nicht mehr alles gefallen lässt..."

Freitag, 26. Oktober 2007

Einer für den Abend

Passend zu meiner Stimmung von Abkehr von der SPD und noch nicht möglichem Aufbruch zu neuen Ufern bei der Linken hier für Euch und mich "Nobodys Knows The Trouble I´ve See" in der Interprätation von Louis Armstrong.

Enttäuscht, frustriert und die Hände gebunden

Die Ergebnisse der Wahlen auf dem Hamburger SPD-Parteitag sind so, dass ich mit der SPD abgeschlossen habe. Die 75 Prozent, die Peer Steinbrück erreicht hat bei der Wahl zum Stellvertreter von Kurt Beck, sind eine erschütternde Zahl. Das seit immerhin 18 Jahren in arbeit befindliche neue Parteiprogramm und der Spezialdemokrat Steinbrück passen so gut zusammen wie Papst Benedikt und die Hausordnung eines Satanistenzentrums.

Demokratischer Sozialismus, wie er im Parteitag des SPD beschrieben wird, und Peer Steinbrück? Das ist links blinken und rechts herum im Kreisverkehr fahren, bis der Sprit alle ist.

So lange die Linke vom Verfassungsschutz überwacht wird, kann ich als Beamter mich dort nicht betätigen. Wäre dies anders, so würde ich mir das Beitrittsformular jetzt irgendwo herunterladen, ausfüllen und abschicken.

Einer für den Morgen

Dass Protestsongs die Dinge kurz, knapp und plakativ auf den Punkt bringen können, beweist ein ums andere Mal Manu Chao.

Mit regelmäßig nur drei Akkorden, dem gekonnten Zupfen der E-Saite und einer fröhlich klingenden Meldodie zum Reggae-Rhytmus transportiert er schlichte Botschaften vom Frieden, der Umweltzerstörung und gegen die US-amerikanische Politik so, dass seine Live-Auftritte immer auch Protest-Happenings sind.

Im Süden unseres Landes kann man sich Manu Chao in diesen Tagen noch live anschauen. Bei uns im Norden habe ich ihn leider verpasst.

Aber wozu gibt´s YouTube? Hier für Euch und mich "Bongo Bong" aus dem Jahr 1998:

Wiki des Tages

Diese SPIEGEL-Ausgabe war es, die am 26. Oktober 1962 den größten Angriff auf die Pressefreiheit in unserem Land auslöste: Die SPIEGEL-Affäre

In der Spiegel-Ausgabe 41/1962 vom 10. Oktober erschien unter dem Titel „Bedingt abwehrbereit“ ein von Conrad Ahlers verfasster Artikel, der, unter anderem gestützt auf Resultate des NATO-Manövers Fallex 62, das Verteidigungskonzept der Bundeswehr unter Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß in Frage stellte: Die Bundeswehr sei aufgrund ihrer Ausstattung zu einer konventionellen Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland gegen einen potentiellen Angriff des Warschauer Pakts nicht fähig; ein Angriff ließe sich nur mithilfe des Einsatzes westlicher Atomraketen abwehren.

Der Würzburger Staatsrechtler und damalige Oberst der Reserve Friedrich Freiherr von der Heydte erstattete am 11. Oktober Anzeige wegen Landesverrates gegen die Redaktion des Spiegels. Nach Einholen eines Gutachtens beim Bundesverteidigungsministerium durch die Bundesanwaltschaft, die Ermittlungen leitete Siegfried Buback, erließ der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof am 23. Oktober die gewünschten Haft- und Durchsuchungsbefehle. Die Haftbefehle betrafen mehrere Spiegel-Redakteure, darunter Conrad Ahlers, sowie den Herausgeber und Chefredakteur Rudolf Augstein.

Am Abend des 26. Oktober begann dann die Besetzung und Durchsuchung der Spiegel-Räume im Hamburger Pressehaus, später auch des Bonner Redaktionsbüros, durch die Polizei. Auf Veranlassung von Strauß wurde noch in der Nacht Conrad Ahlers, zusammen mit seiner Frau im Urlaub, in Torremolinos durch die spanische Polizei verhaftet. Die Verhaftung Ahlers im von Diktator Franco regierten Spanien erregte bei der Opposition besondere Empörung. Am folgenden Tag, Samstag dem 27. Oktober, stellte sich Rudolf Augstein der Polizei und wurde in Untersuchungshaft genommen.

Die verhafteten Spiegel-Redakteure wurden nach und nach aus der Untersuchungshaft entlassen, zuletzt auch Rudolf Augstein nach 103 Tagen.


Götterdämmerung? Steinbrück spricht von Rücktritt

Wie in der FINANANCIAL TIMES DEUTSCHLAND nachzulesen ist, spricht der Spezialdemokrat Steinbrück erstmals von Rücktritt:

"Wenn ich den Eindruck hätte, ich würde mich einer Mehrheit beugen müssen, gegenüber einer Maßnahme oder einer Politik, die ich persönlich nicht vertreten kann, dann halte ich es für richtig, dass man als Politiker Konsequenzen zieht. Es mag in diesem Sinne einige Fragen geben, aber die muss jeder für sich selber definieren." Steinbrück sprach von Selbstachtung, die er wahren müsse. Es komme ihm weniger auf die Prozentzahl bei der Wahl zum Vize an, mehr auf die Art des Umgangs mit seiner Person, heißt es in seiner Umgebung. Im Klartext: Läuft es ganz schlecht, dann kann sich nicht nur die SPD einen neuen Vizechef suchen, sondern das Land auch einen neuen Finanzminister.

Dass er heute bei der Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden ein extrem schlechtes Ergebnis erzielen wird, ist innerhalb der SPD beschlossene Sache. Das kann sogar so weit gehen, dass er im ersten Wahlgang durchfällt. Wenn er dann die oben genannte Konsequenz zieht, soll´s mir recht sein. Dann kriege ich eben einen neuen Chef, der nach der Pfeife der Ministerialbürokratie tanzt...

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Flüchten und dann die Justiz in den Bazar holen

Per handgeschriebenem Telefax meldete sich ein unter äußerst myteriösen Umständen entflohener Häftling der JVA Krefeld und bot einen Handel an: Für die Reduzierung seiner Haftstrafe von sieben auf fünf Jahre und Abschiebung nach Verbüßung der Halbstrafe würde er seine Helfer preisgeben.

Pikanterweise ermittelt die Staatsanwaltschaft, wie der WDR meldet, wegen eines Anfangsverdachtes gegen vier JVA-Bedienstete.
Deal or no deal?

Politische Wetterfahnen sind ehrenhaft

Gestern Abend erklärte uns Peer Steinbrück in der Sendung "hartaberfair", dass es die Aufgabe Kurt Becks sei, dafür zu sorgen, dass die SPD politikfähig bleibt. Dazu würde auch gehören, sich darum zu kümmern, dass genug Leute die SPD wählen. Und dies würde auch erfordern, gelegentlich die Politik an den Wählerwünschen zu orientieren. Dieses Handeln, so Steinbrück, sei ehrenhaft.

Diese Variante der pragmatischen Politik und der Selbstgefälligkeit auf Kosten der eigenen Glaubwürdigkeit ähnelt der Diktion Helmut Kohls. Für Sozialdemokraten ist dies eine unwürdige Haltung, denn soziale Gerechtigkeit ist nun mal keine Sache einer aktuellen politischen Bö. Echte und wahre Sozialdemokraten stehen auf dem Deich bei Windstärke 12 und stemmen sich dem Sturm entgegen.

Deshalb bleibt´s dabei: Steinbrück ist ein Spezialdemokrat!