Montag, 22. Oktober 2007

Einer für den Morgen

Als sie das Stück "Tusk" schrieben, haben Fleetwood Mac nicht an den künftigen polnischen Präsidenten Tusk gedacht. Ich dagegen denke schon, seit ich dessen Namen zum ersten Mal gehört habe, nur an den schönen Titel.

Deshalb also heute "Tusk" von der "Dance-Tour" vor zehn Jahren:



Polen

Lech Kaczynski ist demnächst Geschichte. Das polnisch-deutsche Verhältnis will der designierte neue polnische Präsident Donald Tusk reparieren. Dass er dies vor seinem biografischen Hintergrund tun will, zeugt von menschlicher Größe und politischer Weitsicht.

Auf dem europäischen Parkett allerdings will Tusk die polnischen Interessen knallhart vertreten, wie bei der tagesschau nachzulesen ist.

Schlimmer als unter Lech Kaczynski kann´s jedoch nicht werden.

Wiki des Tages

Es geschah am 22. Oktober:

1959: Der Antikriegsfilm Die Brücke von Bernhard Wicki wird uraufgeführt.

1985: Im ZDF wird die erste Folge der Serie Die Schwarzwaldklinik ausgestrahlt.

"Die Brücke" war de letzte große deutsche Film, der sich mit dem unmenschlichen Nazi-Regime beschäftigte, bevor das damals noch neue Fernsehen sich etablierte. Nur 26 Jahre später war das deutsche Volk dann kulturell so weit sturmreif geschossen, dass es "Die Schwarzwaldklinik" mit heute schwer vorstellbaren Einschaltquoten als wöchentliches Highlight begriff. Wiederum 22 Jahre später hat Deutschland kulturell bedingungslos kapituliert und hat "Barbara Salesch".

Wie geht´s wohl weiter?

Sonntag, 21. Oktober 2007

Einer für den Abend

Samuel Barbers "Adagio for Strings" habe ich zum ersten Mal gehört als Filmmusik von "Platoon". Das Stück hat mich tief beeindruckt.

Die hohe Selbstmordrate bei uns (siehe Beitrag zuvor) finde ich erschütternd. Im Respekt vor jeder individuellen Entscheidung, die natürlich falsch ist, finde ich, dass an dieser Stelle kein Stück angemessener ist als eben das "Adagio for Strings". Die bei YouTube auch angebotene Orchesterversion vom 15.09.2001 mag ich wegen des patriotischen Touches nicht. Die dem Stück innewohnende Verzweiflung drückt Linzi Stoppard mit ihrer rockigen Version auf der elektrischen Violine, wie ich finde, ganz besonders überzeugend aus.

Alle 47 Minuten ...

... bringt sich in Deutschland ein Mensch um, alle vier Minuten findet ein Suizidversuch statt. Damit sterben in Deutschland mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Mord, Totschlag, illegale Drogen und Aids zusammen. Mehr dazu gibt´s unter anderem beim Kölner Stadtanzeiger.

Wenn, wie zu lesen ist, die 25jährigen diejenigen sind, die sich am häufigsten das Leben nehmen, dann stellen sich uns doch Fragen, oder?

Kick it like Imam

Dass es auch ganz anders geht, als im Posting zuvor beschrieben, beweisen die Dortmunder Imame und evangelischen Pfarrer, die unter der Leitung eines jüdischen Schiedsrichters ein ganz besonderes Fußballspiel durchführten.

Schon zum zweiten Mal spielten die Imame und Pfarrer gegeneinander im Interesse eines vernünftigen Dialoges zwischen den Religionen. Den im letzten Jahr geschlagenen Pfarrern gelang dieses Jahr die sportliche Revanche, was aber eigentlich belanglos ist, denn das Ereignis selbst ist wichtiger als das sportliche Resultat.

Eine sehr, sehr gute Idee, die zur Nachahmung dringend empfohlen ist!

Mehr von der "einzig wahren Kirche"

Dass die katholische Kirche den christlichen Alleinvertretungsanspruch für sich reklamiert und was ich davon halte, habe ich hier bereits vor Monaten erklärt. Und dass das Bild rechts (Quelle: titanic-magazin, startcartoons) durchaus nicht unberechtigt ist, ergibt sich aus diesem Beitrag in den Alltäglichen Wahrheiten.

Nun gibt´s wieder Neues zu vermelden. Die Grünen sind für Christen nicht wählbar! Dies ergibt sich aus einer Stellungnahme eines Sprechers des Bischofs Mixa. Claudia Roth von den Grünen hatte Mixa als "durchgeknallten Oberfundi" bezeichnet. Der Sprecher des Bischofs erwiderte, diese Wortwahl Roths erinnere "in erschreckender Weise an die Propaganda-Hetze der Nationalsozialisten gegen die Katholische Kirche und ihre Repräsentanten".

Bischof Mixa bemüht nicht zum ersten Mal in widerliche Weise Vergleiche mit dem Nationalsozialismus. Bei seinem Israelbesuch sagte er beispielsweise:" Die „ghettoartige Situation“ in den besetzen Gebieten sei „fast schon Rassismus.“

Seine Meinung zu den "Gebärmaschinen" könnt Ihr Euch hier antun.

Manchmal bin ich doch für die Rente mit 67, denn dann hätten wir ab April nächsten Jahres Ruhe vor Bischof Mixa, wenn die katholische Kirche sich diesen irdischen Spielregeln unterwerfen würde...

Einer für den Morgen

Der beliebteste Musiker Südafrikas wurde am 18. Oktober bei einem missglückten Raubüberfall erschossen. Lucky Dube war ein begnadeter Reggae-Musiker. Südafrika trauert um einen Mann, der für die südafrikanische Musikkultur so wichtig war wie Miriam Makeba oder Johnny Clegg.

Sein Mainstream-Reggae war der, der dem Sound der Wailers sehr nah war.

Wie bei SPIEGEL-ONLINE nachzulesen ist, werden in Südafrika täglich 50 Morde begangen. Die Apathie der südafrikanischen Regierung macht dies möglich.

Hier also in memoriam das Stück "Back To My Roots" live gespielt von Lucky Dube:



Wiki des Tages

1879: Thomas Alva Edisons erste markttaugliche Glühlampe besteht einen Dauertest von über 40 Stunden im Menlo Park-Labor von New Jersey.

Von der ersten Glühlampe bis zu den Hightech-Taschenlampen, die meine Kollegen und ich im Dienst benutzen, war es ein weiter Weg. Ohne die Nacht zum Tag machen zu können, wäre vieles, was uns heute selbstverständlich erscheint, unmöglich.

Übrigens die am längsten brennende Glühlampe brennt ununterbrochen seit 1901, wie man hier nachlesen kann.

Allerdings naht auch schon das Ende der Glühlampe. Australien kündigte als erster Staat im Februar 2007 an, herkömmliche Glühlampen zu verbieten. Indem ab 2010 nur noch Energiesparlampen in den Handel kommen, soll der Klimawandel verringert werden. Die Regierung geht davon aus, dass durch diese Maßnahme jährlich vier Millionen Tonnen Treibhausgase weniger in die Luft ausgestoßen werden.

Bereits am 17. November 2005 forderte Fidel Castro die Kubaner auf, ineffiziente Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen. Hintergrund ist die Energieknappheit in Kuba. Es soll dort ein Verbot für Leuchtmittel mit über 15 Watt Energieverbrauch geben.

Die Energiesparlampen der neuen Generation sind nicht mehr hässlich und das Ein- und Ausschalten beeinflusst auch nicht mehr ihre Lebensdauer. Pro Jahr spart man pro Lampe 10,- € an Stromkosten und entlastet die Umwelt. Während eine Glühlampe etwa 1.000 Stunden hält, schafft eine Energiesparlampe, wie man aus dem Video unten erfährt, sogar 19.000 Stunden und mehr.

Samstag, 20. Oktober 2007

Uns muss es scheinbar gut gehen

Diese Schlussfolgerung ist angesichts des Endes der Kampagne "Geiz ist geil" von Saturn und der Begründung dazu zwingend. faz.net meldet nämlich:

Der Werbeslogan „Geiz ist geil“ hat ausgedient. Das sagte der Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding, Roland Weise, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der neue Slogan heiße „Wir lieben Technik. Wir hassen teuer“, sagte der Media-Saturn-Chef.

Als Grund für den Wechsel nannte Weise den Wandel des Zeitgeistes. Die Konsumenten seien im Aufschwung wieder ausgabefreudiger, führte der Manager aus. „Als wir die Kampagne vor fünf Jahren gestartet haben, war die deutsche Wirtschaft noch in einer völlig anderen Verfassung. In solch schwierigen Zeiten hat der Kunde zu aller erst auf den Preis geschaut. Diese Stimmung haben wir optimal getroffen und zugleich Qualität geliefert“.
Komisch. An den meisten Leuten in meinem Umfeld geht der Aufschwung vorbei. Die haben alle weniger Geld im Portemonnaie. Sind wir, was wir sind, oder das, was man aus uns macht?

Einer für den Tag

Ein als sonnig angekündigter Herbsttag entpuppt sich zumindest hier in Kiel als typisch trüber Tag mit entsprechender Melancholie. Dazu passt die Musik des 1980 an einer Heroinüberdosis viel zu früh verstorbenen Tim Hardin, der nur 39 Jahre alt wurde.

Sein Lied "If I Were A Carpenter" wurde ein Hit für Bobby Darin und Johnny Cash, nur nicht für ihn selbst.

Tim Hardin hat eine typische Musikerkarriere für die 60er hingelegt. Unheimlich begabt verschmolz er Blues, Folk, Country und Soul zu einer sehr authentischen Mischung. Doch dann kamen die Drogen...

Hier also für Euch und mich für den heutigen Tag die wunderschöne Ballade "If I Were A Carpenter" vom legendären Woodstock-Konzert!



Der Führer lebt! Als Transe!

Jedenfalls in Argentinien, wie Verschwörungstheoretiker ja schon immer ahnten.

Er bekennt sich heute anders als früher zu seiner besonderen Sexualität, wie dieses Bild belegt, über das man sich allenthalben aufregt.

In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um Kunst, über die in Argentinien, wie der Kölner Express meldet, kontrovers diskutiert wird.

Ob nun Kunstunterricht auch in das Kompendium der Nazi-Bildungsstätten des Jürgen Rieger in Melle und anderswo aufgenommen wird, wissen wir nicht...

Das wär´ doch mal was für "Wetten dass..", oder?

Dieses Video ist doch wirklich ein Hammer, nicht wahr! So kann mein "Heimwerker-Wochenende" beginnen...

Dank an Frank für den Tipp!

Wiki des Tages

1971: Willy Brandt erhält den Friedensnobelpreis

Damals war ich 14 Jahre alt. Als Sohn eines im Zweiten Weltkrieg erblindeten Soldaten und einer Mutter, die mich mit den Werten der Sozialdemokratie vertraut gemacht hatte, fand ich diesen Vorgang zwar echt schön und ich war auch wenig stolz. Aber, ich erfuhr an meinem Gymnasium eben auch, dass soziale Gerechtigkeit noch fordernder und aktiver auf den Weg gebracht werden kann, wie man damals glaubte. Ich fing also an, mich links von der SPD zu organisieren.

Die Friedenspolitik Willy Brandts hielt jedoch Antworten parat, die ich nur bei der SPD finden konnte. Ich entschied mich also dafür, über ein Leben im Frieden langsamer als selbst gewollt und scheinbar woanders möglich die soziale Gerechtigkeit parteipolitisch voran zu bringen. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich 36 Jahre später nicht nur sozialpolitisch auf der Stelle treten würde, sondern sogar als strukturkonservative Heulsuse (so nennt Peer Steinbrück Leute wie mich) für den Erhalt des sozialen Status quo kämpfen müsste, hätte ich mich vermutlich dem Überleben des gemeinen Wattwurms zugewendet...

Freitag, 19. Oktober 2007

Einer für den Tag

Aus gegebener Veranlassung (siehe Posting zuvor) hier das Stück "Sage Nein" von Konstantin Wecker und Hannes Wader.

Vielleicht sollte man dies den Richtern des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes in Kassel öfter vorspielen...

Rechtsextremistische und ausländerfeindliche Äußerungen sind zulässig?

Der für seine gelegentlich seltsamen Entscheidungen berühmt-berüchtigte hessische Verwaltungsgerichtshof hat mal wieder geurteilt.

Die Nazis dürfen in Frankfurt und Rüsselsheim gegen den Bau einer Moschee demonstrieren, wie faz.net meldet. Dort heißt es:

Die Gefahr, dass Rechtsextreme Muslime in einer Weise verächtlich machen könnten, die den Straftatbestand der Volksverhetzung erfülle, sahen die Kasseler Richter durch Formulierungen in den Aufrufen nicht als belegt an. Rechtsextremistische und ausländerfeindliche Äußerungen seien laut Bundesverfassungsgericht durch die Meinungsfreiheit gedeckt und rechtfertigten nicht das von den Städten verhängte Versammlungsverbot.

Frankfurts Ordnungsdezernent Boris Rhein (CDU) sagte dieser Zeitung, er könne die Begründung nicht nachvollziehen, müsse den Beschluss aber akzeptieren. Nun werde man prüfen, wie stark die Route des Demonstrationszuges abgekürzt werden könne. Die NPD hat 500 Teilnehmer angekündigt. Die Polizei rechnet mit einer deutlich höheren Zahl von Gegendemonstranten

Was muss eigentlich noch alles passieren, bis begriffen wird, wie gefährlich das Spielen mit Rechtstheorien - hier auch gerne im übertragenen Sinne - ist?

Firefox dringend aktualisieren

Wer´s nicht verändert, bei dem geschieht es automatisch: Das erforderliche Firefox-Update für den besten aller Browser!

Zwei gefährliche und sechs andere Sicherheitslecks werden mit dem Update auf die Version 2.0.0.8 geschlossen. Mehr dazu bei golem.de.

Den Download des Firefox gibt´s hier.

Schöner Eierbecher

Wer den Tag schon beim Frühstück sinnvoll beginnen möchte, der kann dies mit diesem Eierbecher tun, der aus dem Sortiment der Aktion laut-gegen-nazis stammt.

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Bei allem Engagement und bei aller Überzeugung wäre dies jedoch nix für mich. Ich könnte keinen Happen herunter bekommen...

Einer für den Morgen

Heute wäre der 1987 ermordete Peter Tosh 63 Jahre alt geworden.

Er war wohl einer der einflussreichsten Reggae-Musiker aller Zeiten und zusammen mit Bob Marley einer von denen, denen soziales Engagement wichtig war.

Deshalb hier also für Euch und mich zum Beginn des Tages eines der besten Stücke von ihm: Johnny B. Goode



Neue Montagsdemos?

Diese tolle Karikatur habe ich bei sakurai-cartoons gefunden. Mal sehen, ob am kommenden Montag dieser Idee folgend die Herren Stihl, Henkel und Ackermann Arm in Arm auf der Straße zu sehen sind...

Wiki des Tages

Weil es so wunderbar zur gestrigen SPD-Veranstaltung (siehe voriges Posting) passt, erkläre ich folgendes zum Wiki des Tages:

1878: Der Reichstag des Deutschen Reichs verabschiedet das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie und legalisiert damit die von Otto von Bismarck zur Staatsdoktrin erhobene Sozialistenverfolgung.

Früher machten Reaktionäre die Arbeit, die heute im sozialdemokratischen Sinne morallose Pragmatiker wie Steinbrück erledigen, könnte man zugespitzt sagen...

Links blinken und überhaupt nicht abbiegen...

Prof. Karl Lauterbach

Gestern Abend war ich auf einer SPD-Veranstaltung hier in Kiel. Der an sich spröde Titel der Veranstaltung "Demografie und soziale Sicherheit" ließ eigentlich eine staubtrockene Geschichte erwarten. Doch dann kam alles anders. Prof. Karl Lauterbach hielt einen fesselnden Vortrag, dessen Inhalt und dessen Botschaft so sozialdemokratisch waren, dass mein linkes Herz nach etlichen Jahren wieder einmal von einem Sozialdemokraten geöffnet wurde. Dr. Hans-Peter Bartels charakterisierte Lauterbach und sich selbst als die "Jungen", die durch Diskussionen mit der Spitze verändern und nötigenfalls auch die Spitze beseitigen wollen.

Dr. Hans-Peter Bartels
Bei seiner Begrüßung erinnerte Dr. Bartels daran, dass der Veranstaltungsort historisch verpflichtend sei. Schließlich hat ja am Legienhof in Kiel einmal der Matrosenaufstand begonnen, dem Deutschland seine erste Demokratie verdankt. Wie schon Ralf Stegner bei der Maidemo bemühen also Genossen durchaus die Historie, von der gewisse medienpolitische Dampframmen wie Peer Steinbrück nichts mehr wissen wollen und stattdessen von "strukturkonservativen Heulsusen" sprechen.

Einer SPD, die sich an Werten orientiert, wie sie gestern von Dr. Bartels und Prof. Lauterbach vertreten wurden, könnte durchaus wieder eine politische Heimat für mich sein. Keine Frage. Deshalb habe ich Dr. Bartels beim Abschied auch gesagt, wie dankbar ich für die Einladung zu dieser Veranstaltung bin und wie gerne ich wieder der SPD angehören würde. Das mir dann von ihm hastig gereichte Beitrittsformular bewahre ich auf. So lange die "Basta-Fraktion" in der SPD jedoch das Sagen hat und gute sozialdemokratische Werte ein ums andere Mal verraten werden, kann ich meine alte Liebe nur kritisch begleiten.

Das Gewerkschaftsverbot durch die Hintertür, das der Sozialdemokrat Steinbrück zu verantworten hat und angeblich in diesen Tagen abschwächen will, ist für die SPD dieser Tage ein Symbol. Meine Versuche, durch Gespräche mit den hiesigen Bundestagsabgeordneten der SPD Bürsch und Bartels dafür zu sensibiliseren, sind vollständig fehlgeschlagen. Deshalb stehen links schlagenden Herzen der schlichte politische Pragmatismus und Fraktionsdisziplin gegenüber. Links blinken und und überhaupt nicht abbiegen, ist eben auch keine Lösung und nur geeignet, noch verbitterter zu werden.

Diese Verbitterung brachte ein seit 40 Jahren der SPD angehörender Altgenosse bei der Diskussion glashart zum Ausdruck, der sich einerseits wie ich riesig freute über das, was Karl Lauterbach vorgetragen hatte, und andererseits den Verrat sozialdemokratischer Grundwerte beklagte. Auf seinen Beitrag wurde jedoch nicht von Dr. Bartels und Prof. Lauterbach geantwortet, obwohl der Beitrag des Altgenossen den mit Abstand größten Beifall bekommen hatte.

Äußerst empfehlenswert ist jedoch das Buch "Der Zweiklassenstaat" von Karl Lauterbach, das entsetzliche Diagnosen und Prognosen beinhaltet, die uns alle in den nächsten Jahren betreffen werden.

Posted by Picasa

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Einer für den Morgen

Passend zum Schlaraffenland für Arbeitswillige (siehe Posting unten) gibt´s hier was auf die Ohren von Tennessee Ernie Ford aus dem Jahr 1956. Das Video scheint auf der Vorstandsparty irgendeines Konzerns gedreht worden zu sein. Skurril wirken die Frackträger, die einmütig zum Titel "Sixteen Tons" schnippen.

Auf diese Weise bekommt die Textpassage "I own my soul to the company store..." eine ganz neue Bedeutung, nicht wahr?

Unzufrieden im Job und auch noch zu wenig Kohle?

Das muss nicht sein. Der Aufschwung macht´s möglich!

Es gibt 22.833 Stellen mit einem Mindesteinkommen von 60.000,- Euro, die bequem gefunden werden können, wenn man mit dem Internet zurecht kommt. Bei Eperteer kann man sich aussuchen, wie viel man bei welchem Unternehmen verdienen möchte. Selbst für ansonsten weniger gefragte Zollbeamte gibt´s da etwas mit einem Einkommen von 100.000,- Euro.

Besonders beeindruckend finde ich den Gehaltswunschschiebebalken in Verbindung mit einem einstellbaren Radius für die Entfernung des Arbeitsplatzes vom eigenen Wohnort und der gewünschten Branche. Deutschland: Ein Schlaraffenland für die, die wirklich arbeiten wollen!

Wie viel Sinn macht vor diesem Hintergrund eigentlich die Diskussion um die erlängerte Zahlung des ALG I oder II?

Spritze gegen Nikotinsucht

Wie die netzzeitung berichtet, wird es in drei Jahren mittels einer einzigen Injektion quasi per Impfung möglich sein, von der Nikotinsucht los zu kommen.

Das Prinzip ist denkbar einfach:

Der Durchbruch beim Rauchen gelang den Forschern mit einer ungewöhnlichen Paarung: Sie verbanden das Nikotinmolekül mit dem Eiweiß eines Krankheitserregers zum Beispiel aus dem Cholerabakterium. Damit waren die Testpersonen nach der Impfung mit dem neuen Partnermolekül nicht nur gegen Cholera immun, sondern ihr Körper blockierte auch die Wirkung des Nikotins.
Dann wollen wir mal sehen, welche Industrie die Nase in drei Jahren vorne haben wird: Die Pharma- oder die Tabakindustrie.

So machen Nazis Kasse

Allein durch die Drohung, die eigene Immobilie an Nazis zu verkaufen, kann man den Wert von an sich nutz- und wertlosen Immobilien enorm steigern. Drei Mal dürfen wir raten, wer davon profitiert...

Wie panorama recherchiert hat und heute um 22:00 Uhr im Ersten zeigen wird, laufen die Deals im ganzen Bundesgebiet und immer nach dem gleichen Muster ab.

Die Stadt Menden ist fast pleite - und will trotzdem rund 800.000 Euro für eine Immobilie ausgeben. Der Grund dafür ist einfach: Menden wurde erpresst. Die Erbpächterin des Gebäudekomplexes drohte, wenn die Stadt nicht kaufe, werde ein bekannter Neonazi zugreifen. Man habe mit dem Rücken zur Wand gestanden, gesteht der Bürgermeister. Es ist ein perfider Beutezug mit den Neonazis als Drohkulisse, und es ist kein Einzelfall. Im bayerischen Grafenwöhr kaufte die Stadt eine Tennishalle und musste dann mit ansehen, wie durch die Drohung mit den Rechten der Preis nach oben getrieben wurde. In Cham kaufte die Stadt in letzter Sekunde einen Disko- und Supermarktkomplex, der heute verrottet. In Wunsiedel drohte eine Eigentümerin mit den Neonazis - und konnte schließlich doch noch zu einem stattlichen Preis an die Stadt verkaufen. Auch im niedersächsischen Melle gab es einen wochenlangen Verhandlungspoker, in dem immer abenteuerliche Preise genannt wurden. Ursprünglich kostete das Objekt 48.000 Mark. Zwischenzeitlich forderte der Eigentümer von der Stadt rund 800.000 Euro. Schließlich kauften die Nazis - nach eigener Angabe für 700.000 Euro - und hissten die NPD Fahne über dem Bahnhofsgebäude.

Nazi sein, ist und bleibt keine Weltanschauung. Es ist ein Verbrechen und finanziert sich verbrecherisch!

Wiki des Tages

Heute vor 13 Jahren starb Eberhard Feik, der den meisten von uns als kongenialer Partner Thanner von "Schimanski" in Erinnerung ist, obwohl er auch in vielen, vielen anderen Rollen als Schauspieler seinen Rollen Tiefgang und Charakter verlieh. Er wurde nur 50 Jahre alt.

Nur wenigen Schauspielern ist es so wie ihm gelungen, glaubwürdig und überzeugend zu sein.

Hier in memoriam eine der coolsten Szenen "Thanners", in der er ausrastet und nichts weiter als Ordnung möchte.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Gut so!

Der Anwalt der taz, Johannes Eisenberg, der mich vor dem Landgericht Stuttgart vor etwa 1 1/2 Jahren erfolgreich gegen den Bund Deutscher Zollbeamter vertreten hat, als dieser mich per Einstweiliger Verfügung zu einer Unterlassung in dem von mir perönlich verantworteten Forum "Zoll-Board" zwingen wollte, hat gegen einen der Übelmänner der Abmahnwelle im Internet, den Rechtsanwalt Gravenreuth eine Freiheitsstrafe erwirkt, wie bei heise nachzulesen ist.

Gravenreuth hatte die Domain der taz pfänden lassen.

Besser geht´s nicht

In meiner Reihe "Wachturm" könnt Ihr Euch die nach meiner Meinung beste Version des Stückes "All Along The Watchtower" anschauen. Folgende Interpreten spielen für Euch:

Andy Powell, Ted Turner, Lesile West, Robbie Krieger, Randy California, Steve Howe, Pete Haycock, Alvin Lee, & Steve Hunter



Aufgenommen wurde dies bei "Night of the Guitars" im Jahr 1989. CD oder DVD davon sind zur Zeit zu erschwinglichen Preisen nicht erhältlich.

Wiki des Tages

1931: Al Capone wird wegen Steuerhinterziehung von den Geschworenen schuldig gesprochen. Die Verkündung des Strafmaßes erfolgt eine Woche später.

Gibt es historisch ein besseres Beispiel dafür, dass Steuerhinterzieher sich der Gewalt bedienen? Heute werden abermillionen von Zigaretten geschmuggelt. Dahinter stecken überwiegend osteuropäische Tätergruppierungen. Das Bundesfinanzministerium, dem der Zoll untersteht, will dennoch nichts von Organisierter Kriminalität in diesem Zusammenhang wissen.

Das ist Pippi-Langstrumpf-Mentalität auf unser aller Kosten!

Sprachcomputer von Hotlines überlisten

Wem von uns ist das noch nicht passiert? Man ruft eine Hotline an und der Sprachcomputer treibt einen zum Wahnsinn, nur weil er einen nicht versteht. Dann wünscht man sich ein Humangegenüber, auch Mensch genannt, das einen versteht und das einem hilft.

Wie plusminus, das Magazin der ARD, heraus gefunden hat, kann man die Sprachcomputer mit einem einfachen Trick überlisten. Statt irgendwelche Worte zu sprechen, soll man demnach lediglich ein wortfreies Lied trällern. Dann wird man sofort mit einem Berater verbunden. Wie schreibt plusminus:

Dabei ist zu beachten, dass man möglichst sofort nach Zustandekommen der Verbindung laut eine Melodie in das Telefon singt. Auf keinen Fall sollte man ein Lied mit Text nehmen, denn der Computer würde wieder versuchen, den Text als Sprache zu verstehen. Kurzes, kräftiges Ansingen reicht in den meisten Fällen. Nach wenigen Takten sollte man unbedingt eine Pause einlegen, der Computer versucht dann, die Eingabe zu analysieren. Da ihm das bei einer Melodie nicht gelingt, gibt er entweder direkt an einen Servicemitarbeiter oder Berater weiter oder fordert zu einer erneuten Eingabe auf.

Bei unseren Tests konnten wir so die Sprachcomputer der Deutschen Bahn, der Bundesagentur für Arbeit, der T-Com sowie des Telefonbankings der Deutschen Bank und der Postbank nach etwa zehn bis 20 Sekunden überlisten und wurden mit einem menschlichen Servicemitarbeiter verbunden.
Herrlich, sich nicht länger zum Deppen machen zu müssen!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Einer für den Abend

Ich hatte heute einen extrem besch... Tag! Dieser Tag hat maßgeblich mit der Firma IPX-Server zu tun, auf deren Server alles untergebracht, was gewerkschaftlich wichtig ist. Dazu gehört das meistgelesene Forum des deutschen Zolls mit etwa 10.000 täglichen Zugriffen. Nach einer Was-auch-immer-Aktualisierung heute Nacht geht nichts mehr. Angeblich hat´s einen Festplattencrash auf "meinem" Server gegeben, der irreparabel sein soll. Wer sich mit solchen Dingen beschäftigt, weiß, wie es mir damit geht...

Deshalb also hier etwas für meine Melancholie: Chris Rea

Erst im Zusammenhang mit seinem Bauchspeichedrüsenkrebs erkannte er, dass er bislang nie seine Musik machen und verkaufen konnte. Das änderte er und spielt heute die beste Slidegitarre im besten Mississippi-Stil. Das Stück "Nothing To Fear" gilt als Meilenstein der modernen Sildegitarrentechnik. Hier also für Euch und mich 8:56 bester Slide-Blues!



Und wer geilen Blues hören und dabei viel über den Blues lernen möchte, der muss sich das Album Blue Guitar (11 CD´s, eine DVD und ein Buch) kaufen.

Tolles Grafikprogramm - gratis

Das wohl schnellste und beste Grafikbetrachtungsprogramm, das viel mehr kann, als nur Bilder zu betrachten, gibt´s jetzt in der Version 4.0 und immer noch umsonst. Ihr könnt die etwa 1,4 MB hier downloaden.

Denkt daran, dass Ihr das deutsche Sprachpaket auch noch installiert, was problemlos ist und mittels dieses Downloads erledigt werden kann.

Mensch ärgere Dich nicht für Knackis

Kein Witz. Das gibt´s wirklich. In der JVA Moers-Kapellen wird das Brettspiel "Ohne Bewährung" hergestellt und hier zum Verkauf angeboten. Das Spiel kostet 29,50 Euro.

Interessant ist der Spielzweck, den die JVA Moers-Kapellen wie folgt beschreibt:

Der Sinn des Spiels
Die Staatsanwaltschaft hat Ihnen eine Ladung zum Strafantritt zugestellt.
Jetzt betreten Sie die Pforte der JVA, um die verhängte Freiheitsstrafe / Ersatzfreiheitsstrafe zu verbüßen.
Es ist Ihr größter Wunsch, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen möglichst schnell entlassen zu werden.
Bis dahin aber müssen der Alltag gemeistert und die Vollzugsziele erreicht werden. Das kann anstrengend sein, denn Sie befinden sich in einem Mikrokosmos, in dem seitens der Mitarbeiter der JVA hohe Anforderungen an Sie gestellt werden und Sie sich andererseits im Kreis der Mitinhaftierten behaupten müssen.
Vielleicht weil gerade die letzte Anforderung so schwierig ist, wird das Spiel ab einem Alter von 14 Jahren empfohlen.

Mal eine wirklich gute Nachricht

Wie die Financial Times Deutschland berichtet, dürfen Opfer des südafrikanischen Apartheidregimes nun in den USA ihre Schadensersatzforderungen gegen die Unternehmen, die von der Apartheid profitiert haben, gerichtlich durchsetzen.

Zu den Beklagten zählen rund 50 Konzerne, die in Südafrika unter dem bis 1994 bestehenden Regime der Rassentrennung Geschäfte machten. Darunter sind Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Ford, General Motors, Daimler, Rheinmetall, BP, Shell und Exxon Mobil.

Dass unsere deutschen Konzerne offensichtlich einmal mehr Kapital daraus geschlagen haben, dass Menschenrechte mit Füssen getreten werden, überrascht nicht. Ob der Herr Ackermann in Anbetracht der anstehenden Forderungen wohl auch noch das Victoryzeichen machen wird?

Wiki des Tages

Heute vor 101 Jahren:

Wilhelm Voigt, der Hauptmann von Köpenick, verhaftet den Köpenicker Bürgermeister Georg Langerhans und „beschlagnahmt“ die Stadtkasse.

Der Film mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle nach dem Buch von Carl Zuckmayer gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Dass er sich nicht ganz an die historischen Ereignisse hielt, stört mich nicht.

Wichtig an den Ereignissen und dem Film ist, dass er den deutschen Militarismus und die deutsche Obrigkeitshörigkeit in einer Weise beschreibt, die fühlen lässt, dass diese Tendenzen auch heute noch vorhanden sind.

Agenda 2010 nicht die zehn Gebote?

Ungewöhnlich religiös äußert sich der Gazprom-Manager Gerhard Schröder, der einigen noch als Bundeskanzler in Erinnerung sein dürfte, in der Süddeutschen.

"Er werde seinen Glauben an die "kollektive Vernunft“ in der SPD-Spitze nicht aufgeben, sagte Schröder am Montag bei einer Rede über seinen sozialdemokratischen Vorvorgänger Willy Brandt in Berlin. Wer auf dem Hamburger SPD-Parteitag in gut zwei Wochen ein "machtpolitisches Showdown" erwarte, werde enttäuscht werden.

Nach seinen Worten sind die Reformen der in seiner Kanzlerzeit eingeleiteten "Agenda 2010" "nicht die zehn Gebote". Bei der Auslegung dürfe sich auch niemand als Moses betrachten. Korrekturen in einzelnen Punkten seien durchaus vorstellbar."

Wer mehr Geld hat, auch staatliche Transferleistungen, kann eben auch mehr Geld für Strom und Gas ausgeben. Die zehnprozentige Preiserhöhung von E.ON aufgrund von angeblich höheren Einkaufspreispreisen müsste ja ohnehin zu einer Erhöhung der Sozialleistungen führen. Warum also nicht gleich die Agenda 2010 an die Gier von Gazprom anpassen?

Montag, 15. Oktober 2007

Mensch Ingvar! Haste noch immer nicht genug?

Erst vor wenigen Tagen hatte ich IKEA zum Wiki des Tages erklärt. Dabei ergab sich, dass der IKEA-Gründer der reichste Mann Europas ist:

Laut T-Online ist Ingvar Kamprad der reichste Mensch Europas. Kamprad sei nicht der Eigentümer von Ikea, allerdings sei sein Vermögen in einem undurchschaubar aufgebauten Gebilde aus Trusts und Holdings verteilt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 33 Mrd. US-Dollar. Somit sei er auf Platz 4 Weltweit(Stand: 2007). Laut der Zeitschrift Bilanz, die seinen Reichtum auf 15 bis 16 Milliarden Schweizer Franken schätzt, ist er die reichste in der Schweiz wohnhafte Person.

Und nun muss ich bei hr-online.de nachlesen, dass den IKEA-Mitarbeitern in Hessen künftig die lebensichtigen Gehaltszuschläge gestrichen werden sollen, was bei einer Verkäuferin schnell mal 285 Euro ausmachen kann. Deswegen wurde heute gestreikt.

Ich bleibe bei der Sache am Ball und werde IKEA bis auf weiteres auch bestreiken - als Konsument!

Wiki des Tages und einer für den Abend

Heute vor 26 (!!!) Jahren wurde METALLICA gegründet. Grund genug, diese Band zum heutigen Wiki des Tages zu erklären, oder?

Eigentlich mag ich ja nur zwei Stücke: Nothing Else Matters und



Whiskey In The Jar

Sklaverei gibt´s heute immer noch

Dass weltweit jährlich 1.000.000 Menschen entführt, verschleppt und verkauft werden, wusste ich bis eben nicht. Allein in den USA geschieht dies jährlich mit 50.000 Menschen, bei uns mit etwa 10.000!

Mit diesem Thema befasst sich der Film "Trade - Willkommen in Amerika" des jungen deutschen Regisseurs Marco Kreuzpaintner, dem Roland Emmerich bei den Dreharbeiten half. In einer der Hauptrollen ist Kevin Kline zu sehen. Der Film hat in den USA für erhebliches Aufsehen gesorgt und wird - wie könnte es anders sein - natürlich kontrovers diskutiert.

Der Film läuft am Donnerstag bei uns an. Wer einen Trailer sehen will, kann dies hier tun.

Respekt, Frau von der Leyen!

Das ist souverän, Frau von der Leyen, und nötigt mir wie wohl vielen Respekt ab. Kurzerhand ziehen Sie Ihre Pläne mit den infantilen Schnapsschnüfflern zurück. Anders als gewisse andere Leute aus dem Kabinett wollen sie nichts an den Betroffenen "durchpeitschen", wie auch der focus meldet.

Diese Courage wünsche ich auch Ihrem Kabinettskollegen Steinbrück, dessen Ministerium sich etwas mindestens so dummes ausgedacht hat. Die Koalitionsfreiheit nach Artikel 9 des Grundgesetzes wurde am 20. Februar 2007 von Steinbrücks Ministerialbürokratie für die Mitglieder der Gewerkschaft der Polizei quasi aufgehoben.

Souveränität ist gefragt: Ein Zustand von Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit, im Gegensatz zur Fremdbestimmtheit. Ursula von der Leyen ist in diesem Sinne souverän. Wie souverän ist Peer Steinbrück?

Sonntag, 14. Oktober 2007

Einer für den Abend

Passend zu den unten genannten jugendlichen "Schnapsschnüfflern" hier der Song "Nie wieder Alkohol" der norddeutschen Kultband "Illegal 2001", die nach längerer Pause wieder auf Tournee ist.

Ich denke, dass wir alle schon einmal eine ähnliche Erfahrung gemacht haben wie die, die hier besungen wird, oder?



Hätte Euch gerne eine CD zum Kauf verlinkt, aber die Preise für die leider vergriffenen CD´s sind exorbitant.

Des Pudels Kern ist ein anderer

Bei faz.net habe ich einen wunderbaren Kommentar zu den von Ursula von der Leyen für nötig und sinnvoll gehaltenen "Schnapsschnüfflern" im Kindesalter.

Selbst der sprechende Hosenanzug bzw. Angela Merkel sieht diesbezüglich Gesprächsbedarf.

Das zentrale Problem wird auch durch die Ideen der Ursula von der Leyen nicht gelöst, weil es den falschen Ansatz verfolgt. Der kluge Kommentar aus faz.net sieht es so:

Ohne Testkäufer

14. Oktober 2007
Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Das gilt auch für den Vorschlag der Bundesfamilienministerin, das Alkohol- und Tabakverbot für Minderjährige durch jugendliche Testkäufer auf die Probe zu stellen. Er wird auch nicht besser, wenn Frau von der Leyen jetzt eilig hinzufügt, die Eltern müssten einwilligen, und die Jugendlichen würden durch Amtspersonen begleitet. Abgesehen davon, dass es fraglich ist, ob die Verstöße bei Testkäufen überhaupt juristisch zu ahnden sind, bringt der Einsatz als Testkäufer Jugendliche unweigerlich in die Rolle von Zivilpolizisten. Nebenbei wird der Öffentlichkeit weisgemacht, dass sich Gesetzeslücken durch solche Überprüfungen schließen ließen. So sinnvoll es ist, die Abgabe von Alkohol, Zigaretten, Gewaltfilmen oder Killerspielen zu verbieten, so wenig lässt sich verhindern, dass Jugendliche auf zweifelhaften Wegen doch in den Besitz der verbotenen Artikel gelangen, wenn sie es unbedingt wollen. Mit obrigkeitsstaatlicher Regelungswut lässt sich der Alkoholmissbrauch Jugendlicher nicht bekämpfen, solange niemand nach den Ursachen fragt und sich der Staat mit Symptombekämpfung begnügt. oll.

Text: F.A.Z., 15.10.2007, Nr. 239 / Seite 12
Alles klar?

5 Jahre Knast für Spam-Versand

Würde man die von den betroffenen Mailempfängern sinnlos aufgewendete Zeit einszueins aufrechnen, dann würden Jeffrey A. Kilbride und James R. Schaffer gewiss mehrfach lebenslänglich bekommen müssen. So aber erhielten die beiden wegen des Versands von Pornospams fünf Jahre Knast und außerdem müssen sie 1,3 Millionen Dollar zahlen, wie MVregio meldet.


Wann wohl endlich auch bei uns der Spamversand strafrechtlich verfolgt wird?

Wenn Satire nicht mehr von der Realität unterschieden werden kann...

dann klingt dies so wie dies hier:

Münte zum Machtkampf in der SPD

Am Donnerstag noch hat die SPD-Bundestagsfraktion Müntefering noch unterstützt und zum besten Arbeitsminister seit Jahrzehnten ernannt. Sein Fax an den in Spanien im Urlaub weilenden SPD-Vorsitzenden bezeichnen die Genossen als "bodenlose Frechheit".

Wir erinnern uns doch noch an die mit der SPD nicht machbare Mehrwertsteuererhöhung? Wie heißt es dazu bei Wikipedia?

Am 29. August 2006 äußerte Müntefering, dass es „unfair“ sei, die CDU und die SPD an ihren Wahlkampfversprechen zu messen, denn beide Parteien hätten die absolute Mehrheit nicht erreicht, so dass als Maßstab allein der Koalitionsvertrag fungieren könne. Zu der Frage, warum dann jedoch eine dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung beschlossen wurde, obwohl die CDU im Wahlkampf noch eine nur zweiprozentige Erhöhung propagierte und die SPD eine Erhöhung sogar rundweg ausschloss, lehnten sowohl Müntefering als auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel jegliche Stellungnahme ab. Stattdessen bekräftigte Müntefering wenige Tage später noch einmal seine Aussage vor Pressevertretern.
Und in diesem Zusammenhang macht diese Karikatur doch besonders Sinn, oder?

Einer oder etwas für den Morgen

Heute wird Justin Hayward, die Stimme der Moody Blues, 61 Jahre alt. Das legendäre Stück "Nights in White Satin" machte Moody Blues berühmt und die Stimme von Justin Hayward bekannt.

Noch besser fand ich ihn allerdings auf der Platte "War Of The Worlds" von Jeff Wayne aus dem Jahr 1978, mit der musikalisch die Geschichte von H.G. Wells aufbereitet wurde. Sein Gesang gerade beim Stück "Eve of the War" ist eigentlich neben der sonoren Erzählerstimme von Richard Burton das Markenzeichen des Albums.

Deshalb hier für Euch und mich live gespielt "Eve of the War" mit Justin Hayward (ab 5:45 Min.)! Genial, nicht wahr?



Die DVD von der Live-Version:

Und die CD:

Darauf hat die Welt gewartet

In den USA bereits für 39,95 $ erhältlich wird der Schrotflintenhalter für´s Bett, wenn die soziale Kluft bei uns wie zu erwarten größer und größer wird, hier auch bald zum unentbehrlichen Zubehör zählen.

Da wird der nächtliche Einbrecher beim Knacken unserer Looserhütten aber Augen machen!

Danke an Ehrensenf!

Wiki des Tages

Heute vor 33 Jahren wurde der erste IKEA-Markt in Deutschland eröffnet. Deshalb und weil wohl fast jeder schon einmal den Zettel rechts gelesen hat, ernenne ich IKEA zum heutigen Wiki des Tages.

Der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad ist schon ein cleveres Kerlchen, denn er macht einerseits täglich unglaubliche Umsätze und zahlt andererseits dafür nur wenig Steuern. Wie er das macht?

Die Eigentümerin des Ikea-Konzerns ist die Stiftung Stichting INGKA Foundation mit Sitz in den Niederlanden. Ingvar Kamprad sitzt im Aufsichtsrat der Stiftung. Als eine als gemeinnützig registrierte Stiftung muss die Stichting INGKA Foundation nur wenig Steuern zahlen und ist vor einer Firmenübernahme geschützt. Mit einem Wert von 36 Milliarden Dollar ist sie theoretisch die weltgrößte gemeinnützige Organisation; tatsächlich werden die Geldmittel als Investitionskapital für die Ikea Group eingesetzt.[2] Niederländische Stiftungen haben keine Publizitätspflicht.
So wird man denn auch vermögend:
Laut T-Online ist Ingvar Kamprad der reichste Mensch Europas. Kamprad sei nicht der Eigentümer von Ikea, allerdings sei sein Vermögen in einem undurchschaubar aufgebauten Gebilde aus Trusts und Holdings verteilt. Forbes schätzt sein Vermögen auf 33 Mrd. US-Dollar. Somit sei er auf Platz 4 Weltweit(Stand: 2007). Laut der Zeitschrift Bilanz, die seinen Reichtum auf 15 bis 16 Milliarden Schweizer Franken schätzt[1], ist er die reichste in der Schweiz wohnhafte Person.
Darüber werde ich sicherlich nachdenken, wenn ich das nächste Mal etwas von IKEA zusammen schraube...

Samstag, 13. Oktober 2007

Wiki des Tages

Beinahe hätte ich den Wiki des Tages vergessen. Dabei ist er gerade heute so gut, denn heute vor sieben Jahren wurden die Quellcodes von OpenOffice werden durch Sun Microsystems freigegeben. Damit wurde das Monopol von Microsoft endlich gebrochen.

Heute kann sich das kostenlos Officepaket OpenOffice durchaus mit seinem kommerziellen Bruder messen.

Ich bin begeisterter Nutzer von OpenOffice. Man kann die aktuelle Version (2.3) übrigens hier kostenlos downloaden.

Einer für den Abend

Um den Blues muss uns nicht bange sein. Der Bluesman der Zukunft ist heute zwölf Jahre alt und haut in die Saiten wie Ry Cooder. Unglaublich, der Bursche, der kurz danach zusammen mit Johnny Lang aufgetreten sein soll!

Muss das sein?

Rechts auf dem Foto ist das Basiscamp des Mount Everest zu sehen. Ausgerechnet hier will die chinesische Regierung einen Mobilfunkmast aufstellen. Naja, bisher gab es etwa 3000 Bergsteiger, die den höchsten Punkt der Erde erklommen haben. Die wollen den Lieben daheim sicher davon künden, wie sie mit der Einsamkeit des Bergsteigers zurecht kommen.

In dem Artikel von SPIEGEL ONLINE, dem ich dies hier entnahm, war auch zu lesen, dass die olympische Fackel im nächsten Jahr einmal den Berg rauf und runter getragen werden soll.

Wie wär´s dann der Vollständigkeit halber auch noch mit einem Handyshop, einem Internetcafé und einer McDonald´s Filiale da oben?

Nein zu Kindern als Verdeckte Ermittler

Wie n-tv meldet, lehnt der Deutsche Kinderschutzbund den Einsatz von Kindern als Verdeckte Ermittler bzw. Scheinkäufer ab (siehe hier bei den "Alltäglichen Wahrheiten"). Die Pläne aus dem Ministerium von Ursula von der Leyen seien auch nicht mit der SPD besprochen worden, äußerte sich Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD.

Ich sage es noch einmal: Wer sich nicht durchsetzbare Gesetze zum Kinderschutz einfallen lässt, der darf zum Ausgleich eigener Defizite doch nicht Kinder diese Suppe auslöffeln lassen!

Einer für den Morgen und Neues vom Wachturm

Eine genialer Gitarrist, der dem breiten Publikum leider nicht so vertraut ist, spielt hier zusammen mit Joe Stomp und Phil Bee den Song "All Along The Watchtower" in einer an Jimi Hendrix angelehnten Version: Jan Akkerman!


Mir ist er seit den Jahren mit Focus bekannt, als er bekannt wurde mit Stücken wie "Hokus Pokus" oder "House of the King". 1973 wurde Jan Akkerman vom Melody Maker übrigens als weltbester Gitarrist gekürt. Das legendäre Album "Hamburger Concerto" war für die anspruchsvolle Rockmusik wegweisend.

In diesen Tagen empfehle ich euch dringend als "Must" für´s eigene CD-Regal das Album "From The Basement", auf dem eine 14 Minute lange Version von "All Along The Watchtower" mit einem Wahnsinnsgitarrensolo von Jan Akkerman und eingespielt im Reggae-Rhythmus. Das Album ist zur Zeit leider vergriffen.

Hier also uralt und videotechnisch nicht anspruchsvoll "All Along The Watchtower".